Erbitterter Streit um Kuhglocken entbrannt

Jetzt schlägt´s 13: Ein Richter in der Steiermark hat entschieden, dass ein Bauer seine Kühe ohne Glocken auf die Weide schicken muss. Das Geläute in der Nähe des Ortes Stallhofen sei für die Anwohner unzumutbar, so sein Urteil. Die Tierhalter gehen nun auf die Barrikaden und fürchten das Ende der

Rind mit Glocke

Jetzt schlägt´s 13: Ein Richter in der Steiermark hat entschieden, dass ein Bauer seine Kühe ohne Glocken auf die Weide schicken muss. Das Geläute in der Nähe des Ortes Stallhofen sei für die Anwohner unzumutbar, so sein Urteil. Die Tierhalter gehen nun auf die Barrikaden und fürchten das Ende der uralten Tradition sowie weitere Anzeigen von Lärmopfern. Andere zeigen Verständnis für das Urteil. Der Streit an den Stammtischen des Landes ist somit vorprogrammiert. Laut Zeitungsmeldungen würde auch schon in Irland, England und Australien darüber diskutiert, hier allerdings mit reichlich Häme.


In Stallhofen versteht man hingegen keinen Spaß beim Thema Kuhglocken. Der Richter war eigens zu Hörproben vor Ort und konnte schließlich die Argumente der Bauern, das Läuten sei eine Besonderheit des ländlichen Raums, wichtig für das Gemeinschaftsgefühl der Rinder und allgemein beruhigend, nicht nachvollziehen. Er entschied: Die Glocken sind eine gravierende Beeinträchtigung" der Nachtruhe. Seither wird landauf, landab hitzig über die Glocken gestritten. Wie wichtig sind sie für versprengte Tiere selbst, um ihre Herde wiederzufinden? Wird hier echte, unverfälschte Volkskultur missachtet? Und außerdem seien die Kritiker meist zugezogene Städter, heißt es von Seiten der Befürworter. Laut einer Umfrage von Radio Steiermark sollen übrigens 75 % der Zuhörer für den Erhalt der Glocken sein. Das sei für die Romantik wichtig, so die häufigste Begründung.


Dem Direktor der Landwirtschaftskammer Steiermark, Werner Brugner, bereitet das Urteil jetzt allerdings schlaflose Nächte. Er fürchtet, dass dies durchaus als Präzedenzfall für ähnlich gelagerte Streitereien herangezogen werden könnte. Zum anderen sei es ein heikles Symptom für das Unverständnis, das der Landwirtschaft entgegengebracht wird. Wir sollten uns aber auch Sorgen darüber machen, wie wir miteinander umgehen, sagt Brugner. Wir sind eher bereit zu klagen, als mit dem anderen zu reden." Das alles ist seiner Meinung nach Ausdruck einer gesellschaftlichen Hilflosigkeit, einem ausgeprägten Mangel an Interessen. Man könnte sich auch mit etwas Sinnvollem beschäftigen." (ad)
 


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