Milchgenossenschaft Wipptal-Stubai

Geht Sterzing die Milch aus?

Mehrere Wipptaler Milchbauern kehrten mit 1. Juli dem Milchhof Sterzing den Rücken und liefern nun 15.000 kg Milch in die Po-Ebene. Die Molkerei sucht neue konventionelle Milchlieferanten. Für Mitglieder wird der Milchpreis um 7,7 Cent (konv.) bzw. 9,2 Cent (bio.) rückwirkend erhöht und die Begrenzung in der Wintermenge für ein Jahr ausgesetzt.

Seit 2013 liefern Nordtiroler Milchbauern der Milchgenossenschaft Wipptal-Stubaital ihre Milch nach Südtirol an den Milchhof Sterzing. Anfangs lieferten rund 195 Bauern ihre Milch über den Brenner. Die Jahresanliefermenge betrug damals 8 Mio. Kilogramm Milch. Rund 13 Mio. kg waren es bereits im Jahr 2019.

Wie das Magazin salto.bz berichtet, stellten jedoch vor kurzem einige Wipptaler Bauern ihre Lieferung an den Milchhof Sterzing ein. Seit dem 1. Juli fließen 15.000 l Milch nicht mehr nach Sterzing, sondern an die rund 330 km entfernte Milchgenossenschaft Agri Piacenza Latte – eine Molkerei in der Emilia-Romagna in der Po-Ebene. Besonders interessant ist dabei die Begründung des Milchhofs Sterzing: „Da einige Lieferanten in Sterzing die Nachhaltigkeitsregeln nicht einhalten können/wollen, sind diese aus der Genossenschaft ausgetreten.“

Nun braucht der Milchhof Sterzing dringend Milch. Im Schreiben an die Milchlieferanten der Milchgenossenschaft Wipptal-Stubai wurde nicht nur eine Preiserhöhung rückwirkend zum 1. Juli von 7,7 Cent (konv.) bzw. 9,2 Cent (bio.) verkündet, sondern auch die Aussetzung der Winterregelung. Das heißt, in den drei Wintermonaten gibt es dieses Jahr keine Abzüge für Überlieferungen. Außerdem werden Neulieferanten im Einzugsgebiet für konventionelle Milch aufgenommen und sogar ein Umstieg von Bio auf konventionell sei möglich.

Auf salto.bz berichtet Anton Steixner, Obmann der Milchgenossenschaft Wipptal-Stubai, dass nicht nur der Weggang der Milchbauern, sondern auch weniger Kraftfuttereinsatz aufgrund der Teuerungen und der Verkauf von Milchkühen für die geringeren Anlieferungsmengen nach Sterzing verantwortlich seien. So wurde im vergangenen Monat 10 % weniger Milch nach Sterzing geliefert als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Nun dürfte die Anliefermenge durch die Aussetzung der Wintermengenregelung aber wieder steigen.

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