top agrar plus Serie Gülleseparation

Güllefeststoffe als Einstreu: Liegen wie im Himmelbett

Viele Betriebe mit Gülleseparator nutzen die Feststoffe zum Einstreuen der Liegeboxen. Die Kühe nehmen das Material sehr gut an, es kann aber auch Hygiene-Probleme mit sich bringen.

Locker und flaumig, nach Erde riechend – das sind Feststoffe aus der Gülleseparation, die viele zum Einstreuen der Liegeboxen nutzen. In den USA und Kanada wird das Material als „bio bedding“ oder „green bedding“ bezeichnet. Die Kühe nehmen Güllefeststoffe als Einstreumaterial sehr gut an. Es bildet eine weiche, verformbare, kompakte Matratze und ist sehr saugfähig. Beste Voraussetzungen für einen hohen Liegekomfort.

Studien bestätigen, dass die mit ­Güllefeststoffen eingestreuten Tiefboxen hinsichtlich Liegedauer und dem Auftreten von Gelenkschäden und Lahmheiten anderen organischen Matratzen in Tiefboxen (z. B. Stroh-Mist) ebenbürtig sind; im Vergleich zu Hochboxen mit Gummimatten oder Kuhmatratzen schneiden sie deutlich besser ab.

Mindestens 30 % TM-Gehalt

Allerdings kann das Material auch Probleme bereiten. Entscheidend ist, dass die Feststoffe trocken genug separiert wurden.

Der Trockenmassegehalt sollte 30 bis 35 % betragen! Das wirkt sich positiv auf die Lagerfähigkeit und den Tierkomfort aus und reduziert das Bakterienwachstum und die Tierverschmutzung. Allerdings bringt solch ein hoher TM-Gehalt viele Separatoren an die Grenze ihrer Pressleistung.

Bei zu niedrigem Trockensubstanzgehalt (< 30 %) steigt zwar die Leistung bzw. sinkt der Verschleiß des Separators, aber gleichzeitig steigt die Tierverschmutzung und die Lagerfähigkeit des Materials nimmt ab. Außerdem ist zu feuchtes Material ein Nährboden für unerwünschtes Bakterienwachstum.

Bei zu hohem Trockenmassegehalt (> 35 %) kommt es zu vermehrter Staubbildung im Stall und es bildet sich keine kompakte Matratze.

Der Trockenmassegehalt sollte regelmäßig bestimmt werden, um die korrekte Funktion des Separators zu kontrollieren und die Einstellungen gegebenenfalls anzupassen (siehe Kasten S. 43). Durch hohe Luftwechselraten im Stall trocknen die Güllefeststoffe nach dem Einstreuen rasch auf über 60 % TM-Gehalt nach, was Tierverschmutzung und Keimwachstum reduziert.

So bestimmen Sie die Trockenmasse (siehe Bildergalerie)

Der Trockenmassegehalt der Güllefeststoffe kann mittels Faustprobe schnell abgeschätzt werden. Dazu nimmt man eine Handvoll des frisch separierten Güllefeststoffes und presst diesen in der geschlossenen Faust fest zusammen. Dabei sollte die Hand nur feucht werden und die Feststoffe danach wieder flockig auseinanderfallen. Drückt man ­jedoch Wasser aus der geschlossenen Faust, die Handfläche wird nass und das Ma­terial bildet einen Klumpen, liegt der ­Trockenmassegehalt unter 30 %.

Genauer lässt sich der TM-Gehalt über die Trocknung bestimmen. Hierbei wird eine bestimmte Menge Güllefeststoff (z. B. 300 g) einge­wogen, mit technischen Hilfsmitteln wie Dörrapparat, Heißluftfritteuse oder Mikrowelle ­getrocknet und danach zurückgewogen (z. B. 100 g). Durch Division des Rückwaage­gewichtes durch das Einwaagegewicht kann der Trockenmassegehalt...

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