Gmundner Milch

H-Milch und Käse boomen wegen Corona

Die Coronakrise bescherte 2020 der Gmundner Molkerei einen Umsatzschub bei H-Milch und Käse. Wegen der Schließung der Gastro brach aber der Absatz der Kaffeobersporttionen um 35% ein. Trotzdem sieht sich die Molkerei durch die Kooperation mit dem bayerischen Milchwerk Jäger und verstärkter Exporte gut für die Zukunft gerüstet.

Durch die Corona-Pandemie stieg 2020 der H-Milch-Umsatz bei der Gmundner Milch um 11%. Auch die portionierten Käsescheiben verzeichneten einen Abstazsprung von über 10%. (Bildquelle: Werkbild/Gmundner Milch)

Mit rund 206 Mio. € Umsatz konnte die Gmundner Molkerei ein herausforderndes Jahr 2020 positiv abschließen. Neben einer Stärkung der Unternehmensführung, konnten viele Projekte positiv abgeschlossen werden, berichteten die beiden Geschäftsführer Mag. Michael Weidacher und Harald Dopppler gemeinsam mit Molkerei-Obmann Josef Fürthbauer.

Corona: Herausforderung und Chance

Das Jahr 2020 war in jeder Hinsicht ein Spezielles. Vor allem bei Haltbarprodukten konnte das Unternehmen eine starke Steigerung hinlegen. So stieg der Absatz von H-Milch um 11% auf 160 Mio. Packungen. Eine Entwicklung, die sowohl durch den Heimmarkt als auch durch die Exportmärkte beeinflusst wurde. Aber nicht nur Corona, sondern auch der Gewinn neuer Kunden wie EDEKA in Deutschland oder Projekte in Italien waren Motor dieser Entwicklung, berichtete die Molkereiführung in einer Online-Pressekonferenz.

„Auch wenn wir den schmerzhaften Einbruch der Gastronomie spüren, konnten wir die Entwicklungen des stärkeren privaten „at home“-Konsums nutzen“, so Geschäftsführer Waidacher. Die Rückgänge bei z.B. Kaffeeobersportionen um rund 35%, konnten mit positiven Absatzentwicklungen z.B. im Käsebereich gut aufgefangen werden. Vor allem Käsescheiben und die naturgereiften Käsesorten wie der Gmundner Berg Premium haben national wie international gute Steigerungen hinlegen können. Hier konnten wir bei großen Kunden eine Steigerung von über 10% erreichen. Aber auch Projekte wie „FairHof“ mit der Lebensmittelkette Hofer haben sich gut weiterentwickelt. So konnten zwei weitere Käsesorten am Markt untergebracht werden. Zwischenzeitlich werden fast 9 Mio. kg Milch in Tierwohl-Programmen oder 14,5 Mio. kg Milch in Bio-Qualität vermarktet.

Kooperation mit Jäger läuft

Pünktlich zu Beginn des Jahres 2021 konnte auch das Projekt mit dem Milchwerk Jäger gestartet werden. Im Zuge der Kooperation produziert der bayrische Mozzarella-Spezialist Jäger Pasta Filata-Produkte am Standort in Gmunden. Die Gmundner Molkerei stellt neben dem Gebäude, das an Jäger verpachtet ist, auch eine vereinbarte Jahres-Milchmenge und das Personal am Standort.

Durch die Kooperation mit dem Milchwerk Jäger können langfristig 50 Mio. kg Milch zu stabilen Konditionen abgesichert werden. Dies entspricht knapp 15% der Milchmenge der Gmundner Molkerei. Die restliche Milch wird von Jäger zugekauft.

Beide Unternehmen bleiben eigenständig. Es ist keine gesellschaftsrechtliche Vernetzung vorgesehen. Das Milchwerk Jäger hat als einfaches Mitglied in der Genossenschaft das Recht an der Generalversammlung teilzunehmen. Mittlerweile hat das Werk den vollen Betrieb aufgenommen und verarbeitet die vereinbarten Milchmengen am Standort in Gmunden zu Pasta Filata.

2021: 90 Jahre Gmundner Molkerei

Die Zahl der Mitarbeiter (rund 350) blieb stabil, jene der Mitglieder sank um 122 auf 2.050. Die meisten davon waren aus der Milchproduktion ausgestiegen. Der aktuelle Bauernmilchpreis liegt laut Molkereiangaben bei 34,75 Cent netto (39,28 Cent brutto), der Durchschnitt 2020 lag auf ähnlichem Niveau.

Am 28. Juni 2021 feiert die Gmundner Molkerei ihren 90. Geburtstag. Diesen begeht die Molkere mit einer Limited Edition eines speziellen Jubiläumskäses (15 MonateReifezeit) sowie Gewinnspiele und weitere Aktionen.

Für das heurige Wirtschaftsjahr geht die Unternehmensleitung aber von einer schwierigen Entwicklung aus. „Wir erkennen in allen Märken die immer größere Corona-Müdigkeit, die sich auch auf den Konsum niederschlägt. Wir sind Gott sein Dank breit aufgestellt und können so auf unterschiedliche Marktentwicklungen reagieren“, ergänzte Waidacher.


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