Hütthaler eröffnet Tierwohl-Schlachthof

Ab 14. Februar 2019 schlachtet Fleischverarbeiter Hütthaler nur noch nach Tierwohl-Grundsätzen. Bogenförmige Gänge, leichte Steigungen und gut ausgeleuchtete Buchten sollen die Schlachttiere dabei so schonend wie möglich zur Schlachtung bringen. top agrar war bei der Eröffnung des neuen Schlachthofes dabei.

Insgesamt haben im 850m2 großen Wartestall 220 Schweine und 45 Rinder Platz. (Bildquelle: Kraml )

„Wir wollen die Tiere so schonend und stressfrei wie möglich vom Transport bis zur Schlachtung bringen“, erklärte Chef Florian Hütthaler. Dazu hat er sich zahlreiche Tierwohl-Schlachthöfe im Ausland angesehen. Zudem hat er auch mit NGO’s zusammengearbeitet. So ist der neue Tierwohl-Schlachthof in Redlham entstanden. 2017 erfolgte der Spatenstich für den neuen Tierwohl-Schlachthof der Firma Hütthaler, der jenen am Hauptstandort in Schwanenstadt ersetzen soll. 14 Mio. € kostete das Projekt, das am 31. Jänner feierlich eröffnet wurde. top agrar war bei einer der Führungen durch den Schlachthof dabei. Das besondere am Schlachthof sind nicht nur die Tierwohl-Grundsätze, sondern dass Besucher durch Glasfronten in den Wartestall und die Zerlegung schauen können. 

Musik im Wartestall

Chef Florian Hütthaler führte die Besucher durch den Schlachthof und beantwortete alle Fragen. (Bildquelle: Kraml)

Im Wartestall bleiben die Rinder und Schweine mindestens zwei Stunden vor der Schlachtung. Dieser wurde so geplant, dass die Schlachttiere um keine Ecken gehen müssen. So werden Stress und Angst vermieden, erklärt Hütthaler. Daher sind alle Treibwege bogenförmig angelegt. Schatten werden durch ein spezielles Lichtkonzept vermieden. Zudem haben die Gänge und auch die Buchten eine leichte Steigung. Treibhilfen dürften damit nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen. Außerdem hat Hütthaler viel Holz verbaut, das einerseits laut eigenen Aussagen den Lärm dämpft und das Stallklima verbessert. Musik soll die Tiere zusätzlich entspannen. Insgesamt hat der Wartestall eine Größe von 850m2. 220 Schweine und 45 Rinder haben darin Platz.

Rinder werden mit Bolzenschuss betäubt, Schweine mit Elektrobetäubung. Danach werden die Tiere entblutet grob zerlegt.  Die Verarbeitung des Fleisches findet im Hauptwerk in Schwanenstadt statt. Über einen Chip im Schlachthaken sollen dort alle Schlachthälften dem Bauern und der Produktionsart (Hofkultur, AMA-Gütesiegel, Bio) zugeordnet werden können.

Nach der Schlachtung geht es in die grobe Zerlegung. (Bildquelle: Kraml)

Ab 14. Februar sollen pro Stunde 75 bis 80 Schweine und 10 bis 12 Rinder geschlachtet werden. Hütthaler rechnet nach einer Anlaufphase künftig mit einer Schlachtauslastung von 2000 bis 3000 Schweine in der Woche und 40 bis 50 Rinder, die an einem Tag pro Woche geschlachtet werden sollen. Der neue Stall ersetzt somit jenen in Schwanenstadt. Dort wird künftig die Verarbeitung ausgebaut.

Landwirte bekommen keine Zuschläge für Tierwohl-Schlachtung

Mit dem Tierwohl-Schlachthof setzt Hütthaler nun sein Tierwohlkonzept auch bei der Schlachtung um. Über Hofkultur liefern bereits 30 Landwirte Schweine und Rinder an den Fleischverarbeiter. Tierwohl mache laut Florian Hütthaler bereits 18% der Gesamtproduktion aus, Bio 15%. Der Rest sind konventionelle Tiere. Ziel von Hütthaler ist es, irgendwann 50% Tierwohl und Bio zu schlachten. Über das Tierwohlprogramm Hofkultur erhalten die Landwirte 48 Cent mehr pro Schwein. Diese müssen allerdings zahlreiche Vorgaben einhalten, wie mehr Platz, Auslauf, Stroheinstreu, Ringelschwanz, Gentechnikfreie Fütterung, usw. Hütthaler garantiert ihnen zudem eine Abnahme von fünf Jahren. Für die neue Schlachtung erhalten die Landwirte keine Zuschläge. Die Produkte im Supermarkt werden allerdings hochpreisig verkauft.
 

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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