Tiergesundheit

Hundekot in Wiesen macht Rinder krank

Hundekot verunreinigt Futter und kann unter anderem zu Aborten (Fehlgeburten) bei Kühen führen. Der OÖ Bauernbund will die Bevölkerung für diese Problematik sensibilisieren und hat seine „Hundekot-Infotafeln“ neu aufgelegt.

Infotafel

Mit der Hundekot-Infotafel will der OÖ. Bauernbund die Bevölkerung sensibilisieren. Die Tafel ist im Webshop des OÖ Bauernbundes erhältlich. (Bildquelle: Karoline Thalhofer – adobestock.com / Repro:BZ/Jank)

Hundekot in der Wiese, im Acker oder auf dem Feldweg verunreinigt Futter und kann unter anderem zu Aborten (Fehlgeburten) bei Kühen führen. Ein "Sackerl fürs Gackerl" ist auch außerhalb der Stadt beziehungsweise der Ortszentren Pflicht und vielen Hundehaltern nicht bewusst, beklagen Bäuerinnen und Bauern.

Einige Hundehalter zeigen kein Verständnis

Einer davon ist Manfred Krenn aus Neuhofen an der Krems. Erst kürzlich spazierte zum wiederholten Male eine Gruppe von drei Personen mit sechs Hunden quer über seine Wiesenbrache. „Die Hunde laufen ohne Leine herum und verrichten ihr Geschäft. Niemand räumt das danach weg. Außerdem graben die Hunde Löcher in den Boden“, erzählt Krenn. Er hat die Hundebesitzer schon öfters zur Rede gestellt und auf die Problematik hingewiesen. Bisher allerdings ohne jeglichen Erfolg. „Sie sind mir mit Aussagen gekommen, dass auch Rehe frei herumlaufen. Einsicht gab es leider überhaupt keine“, so Krenn.

Er hat nun Verbotstafeln für den Durchgang aufgestellt. „Ich bin dazu gezwungen, um das Problem in den Griff zu bekommen“, sagt Krenn, auch wenn er damit nicht glücklich ist. Denn er weiß auch von anderen Fällen, bei denen die Hundehalter mit Respekt reagieren, ihre Hunde an die Leine nehmen und den Kot wegräumen.

Tafeln sollen Hundebesitzer informieren

Der OÖ Bauernbund will die Bevölkerung nun für diese Problematik verstärkt sensibilisieren und hat deshalb auch seine "Hundekot-Infotafeln" neu aufgelegt. "Die Tafeln sollen Hundehalter mitunter darauf aufmerksam machen, dass eine Wiese, ein Acker oder ein Feldweg eben nicht nur 'freie Natur' ist, sondern dass dort Futter- und Lebensmittel produziert werden", sagt OÖ Bauernbund-Landesobmann Max Hiegelsberger. Vermehrte Spaziergänger seien aufgrund des beginnenden Frühjahrs und der Corona-Einschränkungen zwar verständlich, gewisse Regeln müssten aber auch in freier Natur eingehalten werden.

Parasit im Hundekot macht Probleme

"Hundekot hat in Futterweiden aus veterinärmedizinischer Sicht nichts verloren. Er kann pathogene Keime beinhalten, die bei Rindern, aber auch bei Schafen und Ziegen Krankheiten verursachen", informiert Michael Dünser vom Institut für Veterinärmedizinische Untersuchungen der AGES in Linz. Besonders problematisch sei der Parasit "Neospora caninum", der im Hundedarm vorkommt und Aborte, also Fehlgeburten bei Rindern auslösen kann.

Die Problematik von Hundekot in Wiesen fasst auch Thomas Patsch vom Oberösterreichischen Tiergesundheitsdienst zusammen: "Kotansammlungen bedeuten eine Herabsetzung der hygienischen Qualität des Futters. Bei der Silageherstellung können zudem Fehlgärungen entstehen und Futtermittel verderben. Die Infektionskrankheit Neosporose führt bei Rindern zu erheblichen Fruchtbarkeitsstörungen."

Eine "Hundekot-Infotafel" ist im Webshop des OÖ Bauernbundes unter www.ooe.bauernbund.at/produkt/tafel-hundekot/ zum Preis von 10 € erhältlich.


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