IG Milch: „Es liegt an uns, den angerichteten Schaden zu reparieren“

„Mit der Eintragung in das Vereinsregister ist nun bestätigt, dass die Einberufung der außerordentlichen Generalversammlung der IG Milch ordnungsgemäß erfolgt ist und der neue Vorstand mit der Arbeit sofort beginnen kann“, erklärte heute der neue, alte Obmann der Milcherzeugerorganisation Ewald Grünzweil in einer Pressekonferenz.

Traten heute Gerüchten um die wirtschaftliche Schieflage in der Freien Milch Austria entgegen: IG Milch Obmann Ewald Grünzweil und FMA Geschäftsführer Ernst Halbmayr: "Den dargestellten Verbindlichkeiten von 2,8 Mio. € stehen 2,85 Mio. € Vemögen gegenüber." Fotos: Altmann (Bildquelle: )

Vorausgegangen waren heftige Auseinandersetzungen mit der ehemaligen Obfrau Erna Feldhofer in den vergangenen Wochen und Monaten (top agrar berichtete). „Alle von Erna Feldhofer und wenigen Mitstreitern angestrengten Verfahren wurden abgewiesen oder eingestellt“, so Grünzweil.  Der interne Konflikt sei eine bittere Erfahrung gewesen, so der Obmann. „Großer Schaden wurde angerichtet und es liegt nun an uns zu retten, zu reparieren und dann mit voller Kraft wieder voran zu gehen“, Grünzweil weiter.
 
Vor allem die Angriffe von Feldhofer auf die Freie Milch Austria (FMA) treiben dem IG Milch-Obmann die Zornesröte ins Gesicht. „Hinter dieser Kampagne gegen dieFMA muss mehr dahinter stecken“, gab sich Grünzweil geheimnisvoll. Man sei gerade dabei, genaueres zu prüfen. Mit der von Grünzweil angesprochenen Kampagne sind die Behauptungen in der Öffentlichkeit gemeint, dass die FMA in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecke.
 
Vermögen von 2,85 Mio. €
 
FMA Geschäftsführer Ernst Halbmayr dazu: „Feldhofer hat in den letzten Wochen und Monaten versucht, mit Falschbehauptungen und Fehlinformationen großen Schaden anzurichten.“ Durch Aussendungen an die Presse, dass die FMA finanzielle Probleme habe, sei versucht worden, die geleistete Aufbauarbeit der Milcherzeugerorganisation zu zerstören. „Die dargestellten 2,8 Mio. € Verbindlichkeiten wurden ein medialer Selbstläufer“, so Halbmayr. Nicht erwähnt worden sei in diesem Zusammenhang, dass den Verbindlichkeiten ein Vermögen von 2,85 Mio. € gegenüber stehe.
 
Aus den Verbindlichkeiten seien in den Medien ‚rote Zahlen‘ dann ‚Verluste‘, dann ‚Schulden‘ und zu guter letzt sogar eine ‚Konkursgefahr‘ konstruiert worden. Halbmayr erklärte, er werde dagegen rechtliche Schritte einleiten. „Tatsache ist, dass wir keine Geheimniskrämerei betreiben, sondern ordnungsgemäß unsere Bilanzen veröffentlichen. Aus denen geht hervor, dass wir positives Eigenkapital aufweisen können und Gewinne in der Bilanz dargestellt werden. Dies war für jeden zu überprüfen, deshalb ist hier eine vorsätzliche Schädigung unserer Firma beabsichtigt.“
 
Zur aktuellen Situation in der FMA sagte Halbmayr: „Die Delle von 2012 haben wir durchgestanden.“ Von den 63 Mio. kg Milch seien im letzten Jahr 13 Mio. kg gekündigt worden. Derzeit  sammle und verkaufe die FMA rund 50 Mio. kg von etwa 430 Milcherzeugern. Aufgrund des sich gut entwickelnden Milchmarktes ist Halbmayr zuversichtlich, dass „wir heuer wieder preislich vorn mitmischen werden“. Dazu beitragen werde auch, dass man die letzten Abhängigkeiten überwunden habe, sprich einen eigenen Fuhrpark und Verladehalle erfolgreich aufgebaut habe.
 
Almproblematik auch durch Fischler-Kommission nicht gelöst
 
Als ein wichtiges künftiges Aufgabengebiet sieht die IG Milch die Unterstützung der Almbauern in Sachen Flächenproblematik, erklärte Obmann Grünzweil. Der ebenfalls anwesende Sepp Tiefenbacher, Sprecher der Salzburger Almbauern, zeigte sich enttäuscht von den bisherigen Ergebnissen der Fischler-Kommission.

Sepp Tiefenbacher: "Wir Almbauern sind zunächst als Betrüger hingestellt worden. Damit haben wir zumindest aufräumen können. Aber eine zufriedenstellende Lösung der Almflächenproblematik gibt es nach wir vor nicht."

„An der absurden Tatsache, dass die Opfer zum Täter gemacht werden, hat sich nichts geändert, so Tiefenbacher. Die bisherigen Ergebnisse können wir nicht akzeptieren, da die beanstandeten Flächen unter Anleitung der Landwirtschaftskammern erhoben wurden, wobei sich diese auf eine Umsetzungsrichtlinie des Landwirtschaftsministeriums berufen. Für viele Almbauern ist es bis heute nicht eindeutig geklärt in welcher Weise die Flächen nun zu bewerten sind.“
 
„Man kann überlegen ob alle umstrittenen Flächen endgültig neu bewertet werden müssen, wenn  die nötige Fristverlängerung für die Umsetzung gewährt wird. Für die Altfälle müssen die angedrohten Rückzahlungen jedoch zur Gänze von den dafür verantwortlichen Institutionen, Landwirtschaftsministerium und Landwirtschaftskammer, übernommen werden.“, erklärte Tiefenbacher.
 
Den Hinweis, einen Musterprozess eines betroffenen Almbauern durchzuziehen, nahmen Grünzweil und Tiefenbacher wohlwollend auf.  „Wir sind eh schon dabei, eine entsprechende Klage vorzubreiten“, so der Almbauern-Sprecher. Das Problem sei, dass die Kammer als eigentliche Interessenvertretung in dieser Angelegenheit nicht für die Bauern streiten könne. Ewald Grünzweil sicherte Tiefenbacher zu: „Die IG Milch wird einen Rechtshilfefonds einrichten und einen Musterprozess führen."
 
 
 

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

Schreiben Sie Torsten Altmann eine Nachricht

Rund 150 Menschen mit Listeriose in Spanien infiziert

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen