Maßnahmenpapier der LK

In Kärnten droht Tierärztemangel

In Kärnten steht eine Pensionierungswelle bei Veterinärmedizinern bevor. Deshalb fordert die Landwirtschaftskammer von der Politik u.a. bessere Zugangsbedingungen zum Studium für Nutztier-Veterinäre und Anreize zur Niederlassung junger Nutztierärzte in Kärnten.

„Kärnten wird bis 2030 noch schneller als andere Bundesländer in einen bedenklichen Tierärztemangel schlittern“, warnt LK-Präsident Sigfried Huber angesichts der bevorstehenden Pensionierungswelle bei den heimischen Nutztier-Veterinären. Eine von der Tierärztekammer erstellte aktuelle Alterspyramide der Nutztierärzte in Kärnten zeigt die dramatische Situation: Über 50 % der in Kärnten aktuell praktizierenden Nutztierärzte sind älter als 55 Jahre. Und es kommen nur sehr wenige junge Veterinäre nach. Nur knapp 25 % der Nutztierärzte sind bis zu 35 Jahre alt.

Pyramide

Viele der praktizierenden Tierärzte sind 55 und über 65 Jahre alt. Gleichzeitigrücken aktuell nur sehr wenige junge Tierärzte nach. (Bildquelle: Tierärztekammer)

Eine der Hauptursachen für den Mangel an Veterinärmedizinern sind die begrenzten Studienplätze an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, wo zudem viele Studienplätze von Studierenden belegt werden, die sich im Zuge ihrer Ausbildung lieber auf Kleintiere als auf landwirtschaftliche Nutztiere spezialisieren wollen. „Wir hören immer öfter, dass junge Kärntnerinnen und Kärntner, die später als Nutztierärzte arbeiten wollen, aufgrund der Zugangsbeschränkungen ihr Studium nicht antreten können. Gleichzeitig explodiert die Zahl der Kleintierärzte“, zeigt Huber auf. Es fehle aber auch an Anreizen für die Niederlassung junger Tierärzte – vor allem in Landgemeinden wird die tierärztliche Versorgung immer schwieriger.

Maßnahmenpaket vom Land gefordert

Vor diesem Hintergrund legte die Landwirtschaftskammer im Landtagsausschuss für Gesundheit, Pflege und Soziales daher ein Maßnahmenpaket auf den Tisch. Konkret fordert die Interessenvertretung, der Landtag möge mittels Beschluss die Landesregierung – insbesondere die für den Tierschutz zuständige Landesrätin Dr. Beate Prettner – auffordern, folgende Maßnahmen umzusetzen:

  1. Beschluss einer Resolution der Kärntner Landesregierung an die Bundesregierung, welche eine Erhöhung der Zugangszahlen zum Diplomstudium Veterinärmedizin an der VetMed Uni Wien zum Inhalt hat. Vor allem Studierenden, die den Beruf als Nutztierarzt ergreifen wollen, soll der Zugang zum Studium erleichtert werden.
  2. Einführung eines Kärntner Tierärztestipendiums für Nutztierärzte, um junge Menschen aus Kärnten zu unterstützen und zu motivieren, den Beruf eines Nutztierarztes zu wählen und sich später wieder in Kärnten niederzulassen.
  3. Einführung einer Niederlassungsprämie für Nutztierärzte in Gemeinden, in denen die tierärztliche Nutztierversorgung nicht gewährleistet ist.

„Um gute, heimische Lebensmittel produzieren zu können, brauchen wir gesunde Nutztiere. Deshalb muss die Absicherung der tierärztlichen Versorgung ein gesamtgesellschaftliches Anliegen sein“, appelliert LK-Präsident Huber an die Kärntner Politik. Die vorgelegten Maßnahmen sind ein Ergebnis des Zukunftsprozesses der LK Kärnten und sollen dazu beitragen, die Versorgung mit Nutztierärzten langfristig sicherzustellen. Der Fokus liegt dabei darauf, Voraussetzungen zu schaffen, um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, die Ausbildung als Nutztierarzt zu ergreifen und Anreize zu setzen, sich als Nutztierarzt in Kärnten niederzulassen. Denn nur, wenn es genügend Tierärzte am Land gibt, lässt sich die flächendeckende Versorgung der Nutztiere an sieben Tagen in der Woche auch wirklich sicherstellen.

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