EU-Erzeugermilchpreise

Leichter Aufwind bei den Milchpreisen

Nach dem Rückgang im Oktober 2019 legten die europäischen Erzeugermilchpreise im November wieder etwas zu. Führende Molkereien zahlten im Mittel 33,73 Cent netto/kg. Das entspricht einem Plus von 0,22 Cent., lag aber um 1,09 Cent oder 3,1% unterm Niveau von 2018. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des Landwirteverbandes LTO hervor.

Während die größten EU-Molkereien im November im Schnitt 33,7 Cent/kg netto erlösten waren es für Österreichs Milchbauern knapp 36,1 Cent/kg netto. (Bildquelle: pixabay)

In Österreich stiegen die Erzeugermilchpreise im November im Schnitt um 0,13 Cent auf 36,09 Cent/kg netto (bei 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß).

Der LTO-Durchschnittswert wird bekanntlich monatlich auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 marktführenden Milchverarbeitern in Nord- wie auch Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß errechnet. Der Durchschnittspreis beruht auf einer jährlichen Anlieferung von 1 Mio. kg.

Vorerst keine größeren Preisbewegungen erwartet

Von den im LTO-Vergleich erfassten Molkereien ließen im November acht ihren Erzeugerpreis gegenüber dem Vormonat unverändert, vier Verarbeiter (vor allem französische) nahmen eine Absenkung vor. Gleichzeitig sorgten die irischen Molkereien Dairygold (+1 Cent), Glanbia (+2,9 Cent) und Kerry (+1 Cent) mit höheren Auszahlungen für eine Anhebung des europäischen Durchschnittswerts.

Für Dezember 2019 und Jänner 2020 meldete der dänische Molkereiriese Arla einen unveränderten Erzeugermilchpreis, während FrieslandCampina in den Niederlanden im Dezember ein Plus von 0,9 Cent und für Jänner (wegen geänderten Abrechnungssystem) ein Minus von 1,2 Cent verzeichnet.

Der deutsche Marktführer DMK hat im Dezember die Auszahlung um 1 Cent und der französische Verarbeiter Lactalis um 0,3 Cent angehoben. Die italienische Molkerei Granarolo meldet für Dezember einen unveränderten Milchpreis.

In Summe haben sich somit bis Jahresende 2019 keine größeren Veränderungen beim LTO-Durchschnittswert ergeben.

Globales Milchangebot stabil

Die Milchanlieferung fiel in der EU im Oktober 2019 etwas schwächer aus als in den zwei Monaten davor, lag aber dennoch um 0,3% über dem Vorjahresniveau. Vor allem in den Niederlanden (+2%) und in Frankreich (+1,4%) setzte sich das Wachstum fort, während die Menge in Deutschland weiter rückläufig war (-0,8% gegenüber dem Vorjahresmonat).Die irischen Farmer, die von März bis August 2019 bei der Milchproduktion kräftig Gas gegeben hatten, drosselten im Herbst ihre Anlieferung und verzeichneten im Oktober bereits ein Minus von 3,6%.

In Summe war das Milchangebot in der Union von Jänner bis Oktober 2019 um 0,4% größer als im Vergleichszeitraum 2018. Bei den anderen großen Milchproduzenten ergab sich im Oktober 2019 ein gemischtes Bild:

  • In den USA und in Argentinien fiel das Angebot jeweils um 1% größer als im Vorjahresmonat aus, während es in Uruguay um 1% schrumpfte.
  • Australien meldete aufgrund der enormen Witterungsprobleme ein Minus von 5% und in Neuseeland war die Anlieferung um 3% geringer.

In Summe war das Milchangebot der weltweit größten Milchexportländer im Oktober 2019 um 1% kleiner als vor einem Jahr.

Notierungen seit Dezember kaum verändert

Die Situation am internationalen Milchmarkt ist derzeit laut LTO-Erhebungen stabil. Die Notierungen für Butter sowie Mager- und Vollmilchpulver sind seit Anfang Dezember im Wesentlichen unverändert und insbesondere in der EU leicht gestiegen.

Der Buttermarkt hat in den vergangenen Wochen von einer guten Nachfrage profitiert und wird aktuell als ruhig beschrieben.

Magermilchpulver wies aufgrund des begrenzten Angebots und des unveränderten globalen Bedarfs zu Jahresende weitere Preissteigerungen auf, aktuell liegen die Notierungen in der EU mit 2.833 USD/t um 47% über dem Vorjahresniveau.Die gestiegenen EU-Preise für Magermilchpulver haben allerdings auch dazu geführt, dass die Union hier Marktanteile an die USA verloren hat, die dieses Erzeugnis billiger am Weltmarkt anbieten (2.709 USD/t).

Bei Vollmilchpulver kann der führende Exporteur Neuseeland seine Position mit günstigen Preisen (3.125 USD/t Anfang Jänner in Ozeanien) weiter verteidigen. Die EU-Produzenten liegen hier preismäßig darüber (3.380 USD/t), aber immer noch unter dem aktuellen Kurs von 3.913 USD/t in den USA.


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