Milchpreise 2015: So haben wir gerechnet

Datenbasis für den Milchpreisvergleich von top agrar-Österreich (Ausgabe 3 Seite 34-35) sind Abrechnungen der Landwirte und/oder Infos der Molkereien. Die meisten Unternehmen sind kooperativ und geben uns Auszahlungsdetails etc. bekannt.

Blick in die Käseverarbeitung der Obersteirischen Molkerei.

Heuer haben uns lediglich die Vorarlberg Milch und die Freie Milch Austria keine Daten geliefert. Bei der Freien Milch stützen wir uns deshalb rein auf Erzeugerangaben. So konnten wir bei der Berechnung aber die monatlichen Anlieferungsmengen nicht berücksichtigen. Es wurde daher das arithmetische Mittel berechnet. Die Vorarlbergmilch ließen wir diesmal ganz außen vor. Denn wir haben leider keinen Lieferanten gefunden, der uns seine Abrechnungen zur Verfügung stellen wollte.

Unsere Vergleichspreise haben wir für drei Musterbetriebe ermittelt, und zwar für einen Musterbetrieb mit 100 t, 300 t und 500 t abgelieferter Milch. Alle Preise sind für Milch mit 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, ohne MwSt. gerechnet. In den Preisen sind die vollen S-Klasse-Zuschläge (50/250) berücksichtigt. Nur die Kärntner Milch hat mit 200 000 Zellen eigene Kriterien für die S-Klasse.

Für mengengestaffelte Zuschläge (Mengenbonus) haben wir als monatliche Anlieferung theoretisch 8 333 kg, 25 000 kg bzw. 41 667 kg angenommen. Sämtliche Fixkosten und die Pauschale für Hofabholung wurden berücksichtigt. Der AMA-Marketingbeitrag wurde abgezogen.

Die Gmundner Molkerei hat uns ihre Ab- bzw. Zuschläge für Anlieferungsspitze bzw. -tal bekanntgegeben. Nachzahlungen der Molkereien wurden, soweit bereits bekannt, berücksichtigt. Aus der Summe aller Preisbestandteile wird für jeden Monat ein Vergleichspreis errechnet, der mit der monatlichen Anlieferungsmenge der Molkerei gewichtet wird (Jahresmittel). Die meisten Molkereien bieten Serviceleistungen, wie Finanzierungshilfe beim Quotenkauf, Zubringerentschädigung, Harnstoffuntersuchungen, Ausreißregelung etc. Weil diese aber nicht ohne weiteres monetär zu bewerten sind, konnten wir sie nicht berücksichtigen. 

Große Unterschiede gibt es bei den Geschäftsanteilen der Genossenschaften, die Milchbauern als Anteilseigner in den Genossenschaften zeichnen müssen (Übersicht 2). Die Belastung durch den kalkulatorischen Zinsverlust je kg Milch liegt zwischen 0,001 und 0,2 Cent, wenn man einen Zinssatz von 1 % unterstellt. Wir haben den kalkulatorischen Zinsverlust bei den Milchpreisen in Abzug gebracht. Unsere Vergleichspreise haben allen Molkereien zur Prüfung und Stellungnahme vorgelegen, damit Fehler ausgeschlossen werden können. Soweit Änderungen bis Redaktionsschluss mitgeteilt wurden, haben wir diese berücksichtigt.

Die Kosten für die Genossenschaftsanteile lassen wir mit einem entsprechenden Zinsverlust in die Berechnung einfließen.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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