Milchpreisverfall: Über 100 Mahnfeuer brannten in Norddeutschland

Auf weit mehr als 100 Milchviehbetrieben in ganz Ostfriesland (Norddeutschland) brannten gestern Mahnfeuer. Dem Aufruf dazu durch den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. (BDM) folgten auch Firmen des vor- und nachgelagerten Bereichs, die sich an dieser Aktion beteiligten.

Feuer

Auf mehr als 100 norddeutschen Betrieben entzündeten Milchbauern gestern abend Mahnfeuer, um auf die Milchkrise aufmerksam zu machen. Foto: BDM (Bildquelle: )

Die Landwirte machten mit den Feuern auf die katastrophale Lage am Milchmarkt aufmerksam, heißt es in einer Aussendung. Seit dem letzten Sommer sei der Milchpreis für die Landwirte um mehr als 30 % eingebrochen. Viele Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand, fahren Verluste ein und können ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen, so der BDM weiter. Verursacht werde diese Situation durch einen starken Rückgang der internationalen Nachfrage nach Milchprodukten bei gleichzeitiger Steigerung der Produktion weltweit, aber vor allem auch in Europa nach dem Wegfall der Milchquote.

Unabhängig von Größe oder Verbandszugehörigkeit bräuchten die Milcherzeuger jetzt Lösungsansätze, wie die aktuelle Krise möglichst schnell beendet werden könne. Außerdem müssten solche existenzbedrohenden Krisen in Zukunft unbedingt vermieden werden.
Der BDM habe Konzepte für das Management von Marktkrisen entwickelt, die eine schnellere Markterholung bewirken könnten.

Die anhaltende Verweigerung der Bundesregierung und des Agrarministeriums über neue Kriseninstrumente auch nur nachzudenken, führe die Milchviehbetriebe hingegen in den Ruin! Innerhalb von sechs Jahren befinden wir uns in der dritten Krise zum Milchmarkt. Das reicht jetzt! Zukunft bedeutet Handeln!, so Andrea Sweers vom BDM.

Am 24. August 2015 organisiert der BDM eine Staffelfahrt von Aurich durch ganz Deutschland nach München. Weiterhin werden die Landwirte am 7. September 2015 mit den europäischen Kollegen in Brüssel demonstrieren. Anlass ist die außerordentliche Agrarministerkonferenz zur derzeitigen Krise.


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