Milchpreisvergleich 2018: Wer hat gewonnen, wie haben wir gerechnet?

Eine steirische Molkerei ist 2018 beim top agrar Milchpreisvergleich in der Kategorie gentechnikfrei Milch vorn. Auch bei allen anderen Milchsorten belegten jeweils steirische Verarbeiter Platz 1. Um wen es sich handelt und alle weiteren Platzierungen finden Sie in Ausgabe 3, Seiten 12 und 13. Im Folgenden erklären wir, wie wir bei dem Vergleich gerechnet haben.

Der höchste Auszahlungspreis 2018 lag bei über 50 Ct netto (für Bioheumilch), der niedrigste rund 16 Ct darunter bei unter 34 Ct netto (für gentechnikfreie Milch). Alle Details finden Sie in der Ausgabe 3/2019. (Bildquelle: agrarfoto.com )

Datenbasis für den Milchpreisvergleich sind Abrechnungen der Landwirte und/oder Informationen der Molkereien. Die meisten Unternehmen sind kooperativ und geben uns ihre Auszahlungsdetails etc. bekannt.

Drei Musterbetriebe zwischen 100 und 500 t Anlieferung

Zurück zum Vergleich: Die Erzeugerpreise haben wir für drei Musterbetriebe ermittelt, und zwar für einen Musterbetrieb mit 100 t, 300 t und 500 t abgelieferter Milch. Alle Preise sind für Milch mit 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, ohne MwSt. gerechnet. In den Preisen sind die vollen S-Klasse-Zuschläge (50/250) berücksichtigt. Nur die Kärntner Milch hat mit 200.000 Zellen bekanntlich eigene Kriterien für die S-Klasse.

Für mengengestaffelte Zuschläge (Mengenbonus) haben wir als monatliche Anlieferung theoretisch 8.333 kg, 25.000 kg bzw. 41.667 kg angenommen. Sämtliche Fixkosten und die Pauschale für Hofabholung wurden berücksichtigt. Der AMA-Marketingbeitrag wurde abgezogen.

Nachzahlungen der Molkereien wurden, soweit bereits bekannt, berücksichtigt. Aus der Summe aller Preisbestandteile wird für jeden Monat ein Vergleichspreis errechnet, der mit der monatlichen Anlieferungsmenge der Molkerei gewichtet wird (Jahresmittel).

Extraleistungen einzelner Milchverarbeiter

Die meisten Molkereien bieten Serviceleistungen, wie Zubringerentschädigung, Harnstoffuntersuchungen, Ausreißregelung etc. an. Weil diese aber nicht ohne weiteres monetär zu bewerten sind, konnten wir sie nicht berücksichtigen. 

Große Unterschiede gibt es bei den Geschäftsanteilen der Genossenschaften, die Milchbauern als Anteilseigner in den Genossenschaften zeichnen müssen (siehe Übersicht). Die Belastung durch den kalkulatorischen Zinsverlust je kg Milch liegt zwischen 0,001 und 0,2 Cent, wenn man einen Zinssatz von 1 % unterstellt. Wir haben den kalkulatorischen Zinsverlust bei den Milchpreisen in Abzug gebracht. 

Die Kosten für die Genossenschaftsanteile lassen wir mit einem entsprechenden Zinsverlust in die Berechnung einfließen. (Bildquelle: top agrar)

Unsere Vergleichspreise haben allen Molkereien zur Prüfung und Stellungnahme vorgelegen, damit Fehler ausgeschlossen werden können. Soweit Änderungen bis Redaktionsschluss mitgeteilt wurden, haben wir diese berücksichtigt.

Vorarlberger Milchbauern: Bitte machen Sie mit!

Die Vorarlberg Milch mussten wir im Milchpreisvergleich – wie schon in den Vorjahren – leider außen vor lassen. Es hat sich kein Lieferant gefunden, der uns seine Abrechnungen zur Verfügung gestellt hätte. Auch die Molkerei ist diesbezüglich nicht kooperativ. Hat die Vorarlbergmilch etwas zu verstecken?

Wenn Sie Vorarlberg Milch-Lieferant sind und uns bei der Erstellung des Milchpreisvergleiches inklusive der Vorarlberg Milch unterstützen wollen, kontaktieren Sie uns unter redaktion@topagrar.at oder rufen Sie uns an unter 02236 28700-33. Alle zur Verfügung gestellten Daten werden selbstverständlich anonym behandelt.

VÖM-Chef analysiert Markt und Preise

Auf Seite 14 unserer Ausgabe top agrar Österreich 03/2019 nimmt VÖM-Obmann Helmut Petschar zu den 2018 gegenüber 2017 leicht gesunkenen Erzeugerpreisen Stellung. Zudem erklärt der Branchensprecher, warum er auf den Lebensmitteleinzelhandel „sauer“ ist.
 
 
 

Artikel geschrieben von

Spanring Leopold Th.

Schreiben Sie Spanring Leopold Th. eine Nachricht

TerraTec präsentiert Weltneuheit

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen