Corona-Krise

Einige Molkereien wollen weniger Rohmilch

Bei Österreichs Molkereien gehen angesichts der Coronakrise bereits Absatzsorgen um. Die ersten VÖM-Molkereien fordern ihre Bauern auf, weniger Rohmilch abzuliefern. Zudem ersuchen die Milchverarbeiter das Virus ernst zu nehmen und entsprechende Hygiene einzuhalten.

Einige Milchverarbeiter erinnern die Milchbauern eindringlich, die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung des Virusrisikos und zum Schutz der Milchtankfahrer einzuhalten. (Bildquelle: Archiv/Dlouhy)

So bittet etwa eine Molkerei ihre Milchlieferanten "aufgrund der täglich dramatischer werdenden Situation dringend, alle möglichen Maßnahmen zur Reduzierung der Anlieferungsmilchmengen zu treffen. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Milchspitze, dem kompletten Wegfall des Gastronomiesektors, des Ostergeschäfts und der riesigen Unsicherheit bezüglich des offenen Warenverkehrs nach Italien (Magermilchversand) raten wir dringend zur Vermeidung von Trockenmilch, zur Bestandsoptimierung, zur Kraftfutterreduktion, zu vorzeitigen Trockenstellen und ähnlichen Maßnahmen, die die Milchmenge erhehlich reduzieren."

Die Folgen für den internationalen Milchmarkt dieser Corona-Krise kann zurzeit niemand auch nur annähernd einschätzen, heißt es weiters im Schreiben der Molkerei vom 16. März.

GlobalDairyTrade-Index erneut gesunken

Tatsächlich ist der GlobalDairyTrade-Index – dieser gilt als einer der Indikatoren für die weltweite Stimmungs- und Marktlage bei Milch- und Molkereiprodukten – um 3,9 % gegenüber der letzten Versteigerung gesunken.

Die Zeitreihe des GDT-Preisindexes zeigt zudem, dass die Talsohle noch nicht erreicht sein muss. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Tiefststände aus den Jahren 2015 und 2016 nicht wiederholen.

Vorsichtsmaßnahmen in der Melkkammer beachten

Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass sich Menschen über herkömmliche Lebensmittel beziehungsweise über Wasser mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel bekannt, stellte die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zu entsprechenden Anfragen von Konsumenten mehrfach fest.

Wichtig ist aber, dass jeder Lebensmittelproduzent auf die aktuelle Situation und den Virusdruck adäquat reagiert. Ziel muss sein, alle Gegenmaßnahmen zu setzen, um das Coronavirus nicht weiter zu verbreiten.

Dazu gehört u.a. das Desinfizieren der Türgriffe der Milchkammer, sowie der Ventile bzw. Knöpfe, die der Milchtankfahrer bei der Übernahme der Milch betätigen muss.

Auch bitten die Molkereien die Milchbauern, den direkten Kontakt zu den Milchfahrern der Molkerei (bzw. der beauftragten Spediteurs) zu vermeiden.


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