Per Fütterung den Antibiotika-Einsatz reduzieren?

Können Landwirte den Antibiotika-Einsatz im Schweinestall durch die Fütterung und Diätik reduzieren? Laut Prof. Dr. Josef Kamphues von der Tierärztlichen Hochschule Hannover sei dies auf mehrere Wege möglich.

Mastschweine

Foto: Archiv (Bildquelle: )

Der Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren wird immer weiter eingeschränkt. Das führt zu veränderten Ansprüchen an die Tierernährung. Prof. Dr. Josef Kamphues von der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat sich im Rahmen der Veranstaltung „Tiergesundheit in der Schweineproduktion“ vergangene Woche an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest der Frage gestellt, ob sich durch Fütterung und Diätetik der Antibiotika-Einsatz reduzieren lässt.

Eine Möglichkeit könnte laut Prof. Kamphues die Rohfaserversorgung sein. Der Einfluss von Rohfaser auf die Futteraufnahme und die Effekte im Verdauungstrakt spielen eine große Rolle. Durch die Rohfaser werde das Futter „verdünnt“, und die aufgenommene Futtermenge steigt an. Dadurch sind die Schweine länger beschäftigt. Wegen der hohen Futteraufnahme ist der Dickdarm stärker gefüllt. Das führt zu mehr Ruhe im Bestand.

Diätfuttermittel gegen Infektionen

Darüber hinaus ging Prof. Kamphues in seinem Vortrag auf den Einsatz von Diätfuttermitteln ein. Sie sollen Infektionen vorbeugen, die den Atmungsapparat oder den Magen-Darm-Trakt befallen. Außerdem können die diätetischen Maßnahmen  darauf abzielen, Verstopfungen zu vermeiden und dadurch MMA-Erkrankungen bei Sauen vorzubeugen. In der Mast soll weniger stark vermahlenes Futter die Probleme mit Magengeschwüren reduzieren.

Die Futtermittelfirmen bieten derzeit verschiedene Diätfuttermittel an. Prof. Kamphues stellt jedoch infrage, ob es unbedingt solche Futtermittel sein müssen. Zusatzstoffe wie Joghurt oder andere Komponenten wie Leinsamen und Fischöl gelten nicht als Diätfuttermittel, haben aber ähnliche Wirkungen.


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