Schmallenberg-Virus: Österreichs Rinderbestände bis zu 90 % durchseucht

Nachdem in Österreichs Tierbeständen Anfang September erstmals Infektionen mit dem Schmallenberg Virus (SBV) nachgewiesen wurden, sind die Rinderbestände inzwischen zu 90 % durchseucht. Auch die kleinen Wiederkäuer Schafe und Ziegen haben nach Aussage von Dr. Peter Schiefer von der AGES in Mödling Anitkörper gegen das durch Gnitzen (Culicoides spp.) übertragene Schmallenberg-Virus gebildet.

Durch das Schmallenberg-Virus verursachte Missbildung bei einem Zicklein. Foto: Bago, AGES (Bildquelle: )

Die Verbreitung und Durchseuchung ist laut Dr. Schiefer viel schneller erfolgt als bei der ebenfalls durch Gnitzen übertragenen Blauzungen-Krankheit. Die betroffenen Tiere bauen nach einer kurzen Erkrankung, die sich meist durch milde klinische Symptome ausdrückt und vom Tierhalter oft übersehen wird, eine beständige körpereigene Immunabwehr auf. Es wird bis dato davon ausgegangen, dass diese Tiere dann über mehrere Jahre vor einer neuerlichen Infektion geschützt sind – dies wird in aktuell laufenden Studien in der EU näher untersucht.

Fallweise Geburtsprobleme durch Missbildungen

Eine Infektion trächtiger Tiere kann zu Fruchtschädigungen führen. Daraus wiederum können fallweise Geburtsprobleme aufgrund von Missbildungen resultieren. Erfahrungen in Deutschland und den Niederlanden weisen bei 1,5 bis 4 % der Rinder- und 4 bis 6 % der Schafbestände SBV-assoziierte Aborte oder Geburten lebensschwacher Kälber, Lämmer oder Zicklein mit Fehlbildungen aus, so Dr. Schiefer.
 
Für die Tierhalter komme es nach Aussage des Experten in der anstehenden Hauptabkalbungszeit in den kommenden Wochen darauf an, die Geburten ihrer Tiere genau zu beobachten und bei Bedarf Geburtshilfe zu leisten.
 
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) weist in diesem Zusammenhang auf die Anzeigepflicht der Landwirte bei Rinderaborten gemäß Deckseuchengesetz hin. Bis Ende 2012 wurden die zusätzlichen Untersuchungen auf das Schmallenberg-Virus im Rahmen der Abortuntersuchung durch das BMG finanziert.

Proben können aber auch weiterhin zur Abklärung etwaiger Schmallenberg-Virus Infektionen an das Institut für veterinärmedizinische Untersuchung in Mödling übermittelt werden - die Untersuchungskosten sind jedoch seit Jahresbeginn vom Einsender zu tragen. Den entsprechenden Untersuchungsantrag für Mödling finden Sie auf der AGES-Homepage .
 

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Torsten Altmann

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