Tierwohl und Melkroboter-Management im Focus

Aufzucht, Milchmarkt, Rindermast, Technik in der Milchproduktion und Grundfutterqualität: Das waren die Hauptthemen der 45. Viehwirtschaftlichen Fachtagung an der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein. Was die 300 Besucher aus dem In- und Ausland zu hören und sehen bekamen, lesen Sie hier.

Gumpenstein Tagung

Referenten der Tagung: Sie präsentierten neueste Forschungsergebnisse. (Bildquelle: HBLFA Raumberg-Gumpenstein )

Der erste Tag drehte sich um die Themenbereiche Rinderaufzucht, Milchvermarktung und Rindfleischproduktion. Dipl.-Ing. Georg Terler und Dr. Leonhard Gruber von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein präsentierten aktuelle Versuchsergebnisse zur Kälber- und Fresseraufzucht. Dipl.-Ing. Terler zeigte die Vorteile der ad libitum-Tränke im ersten Lebensmonat für die Entwicklung der Kälber auf.

Dr. Gruber referierte über neue Futteraufnahme-Schätzformeln, mit Hilfe derer die Futteraufnahme für Aufzuchtrinder in der Rindermast geschätzt werden kann. Im Anschluss daran thematisierten Ing. Leopold Gruber-Doberer (Geschäftsführer der Milchgenossenschaft Niederösterreich) und Dr. Gerhard Dorfner von der LfL Bayern aktuelle Entwicklungen am österreichischen, deutschen und internationalen Milchmarkt.

Tierwohl ist zentrale Herausforderung

Vor allem das Thema Tierwohl in Zusammenhang mit der Milchproduktion und -vermarktung wurde von beiden Vortragenden als zentrale Herausforderung in der heutigen Zeit genannt. Dr. Thomas Ettle von der LfL Bayern präsentierte vergleichende Untersuchungen der Mast- und Schlachtleistung von Braunvieh- und Fleckviehbullen. Er zeigte, wie auch der darauffolgende Erfahrungsbericht aus der Praxis von Dipl.-Ing.in Rita Kapp, dass bei Mast von Milchrassen ähnliche Erlöse erzielt werden können, wie bei der Fleckviehmast.

Zum Abschluss des Tages beantwortete Dr.in Margit Velik von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein die Frage, welche Vor- und Nachteile Stiere, Ochsen und Kalbinnen hinsichtlich Mast- und Schlachtleistung sowie Fleischqualität haben.

Wie Melkroboterbetriebe füttern

Der zweite Tag begann mit Vorträgen zum Fütterungsmanagement auf Melkroboter-Betrieben. Dipl-Ing. Thomas Bonsels vom LLH Hessen gab wertvolle Empfehlungen zur Fütterung und zur Lenkung von Tieren in Melkrobotern und wies auch auf mögliche Probleme bei falschen Melkroboter-Einstellungen hin. Johannes Neuhauser ergänzte diese Ausführungen durch eigene Erfahrungen im Umgang mit dem Melkroboter auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Anschließend präsentierte Dipl.-Ing. Klaus Drössler vom LKV Baden-Württemberg das neue Management-Tool KetoMIR und, welche Möglichkeiten es Landwirten in der Erkennung von Ketose bietet.
 
Der letzte Block drehte sich rund um das Thema Grundfutter. Dr. Martin Pries von der LK Nordrhein-Westfalen berichtete über Versuchsergebnisse und Erfahrungen mit Shredlage-Maissilagen im Vergleich zu herkömmlichen Maissilagen und kam zum Schluss, dass mit beiden Techniken ähnliche Milchleistungen erreicht werden.

Mag. Christian Fritz präsentierte aktuelle Daten zur Wirtschaftlichkeit verschiedener Heutrocknungsverfahren und der Silagebereitung. Sein Ergebnis ist, dass die Heumilchproduktion wirtschaftliche Vorteile gegenüber der Silomilch hat, welche auf den Heumilchzuschlag und die Silageverzichtsprämie zurückzuführen sind. Ing. Reinhard Resch berichtete abschließend über neue Entwicklungen und Produkte im Bereich der Silageabdeckung und, wie Silofolien wirkungsvoll vor Beschädigung geschützt werden können.
 
Die vollständigen Manuskripte und Vorträge können kostenlos unter www.raumberg-gumpenstein.at heruntergeladen werden.


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