Zillertal Tirol

Tirol Milch sammelt künftig Milch der Bergkäserei Zillertal

Nach dem Ende der Bergkäserei Zillertal sammelt nun die Tirol Milch die Milch von 89 Bauern. Dafür wurde ein eigener Milchsammelwagen angeschafft.

Die Bergkäserei Zillertal kündigte im Herbst 2022 die Einstellung des Geschäftsbetriebes an. Etwa 100 Milchbäuerinnen und -bauern der Region wurde die Liefervereinbarung gekündigt (wir berichteten: Bergkäserei Zillertal stellt Großproduktion ein).

Die Milchabholung ist künftig gesichert: Die Tirol Milch wird die Milch von 89 Bauern aus der Region Weerberg sammeln und vermarkten. „Als bäuerliche Genossenschaft und größte Molkerei des Landes sehen wir eine Verantwortung, bäuerlichen Familienbetrieben in außergewöhnlichen Situationen schnell zu helfen. Auch wenn sich das kurzfristig wirtschaftlich nicht immer sofort rechnet“, bringt es Obmann Stefan Lindner auf den Punkt.

Die Ankündigung der Einstellung des Geschäftsbetriebes und die Kündigung ihrer Lieferverträge kam für viele Milchbäuerinnen und Milchbauern überraschend. Ohne Abnehmer für ihre Milch drohte etwa 100 bäuerlichen Familienbetrieben das Aus für die Milchproduktion. Verschärft wurde die Situation dadurch, dass viele andere Käsereien angesichts der massiv gestiegenen Produktionskosten ebenfalls keine Ausweitung der Produktion planen. Daher sind zusätzliche Rohmilchmengen am freien Markt nur schwer langfristig gesichert zu vermarkten.

Eigener LKW für Milchsammlung

Ein weiteres Hindernis stellte die Milchsammlung in der Region dar. Die Milchsammlung im Berggebiet ist kostspielig. Die Struktur der Milchbäuerinnen und Milchbauern ist kleiner als in Tallagen. Es gilt viele Höfe und Sammelstellen anzufahren bis ein Milchsammelwagen voll ist. In Zeiten voller Auftragsbücher und Personalnotstand finden sich schwer Frächter, welche kurzfristig eine Milchabholung bewerkstelligen können.

Insgesamt 89 Milchbäuerinnen und -bauern aus Weerberg und angrenzenden Gemeinden suchten in dieser Situation das Gespräch mit der größten Molkerei des Landes, der Tirol Milch. Und dort war für Obmann Stefan Lindner schnell klar, dass den Bäuerinnen und Bauern geholfen werden muss. Um die Milchsammlung in so kurzer Zeit bewerkstelligen zu können, wurde sogar ein eigener Milchsammel-LKW angeschafft. Man betrat Neuland als Molkerei, indem man begonnen hat nun auch Milch selbst mit LKWs zu sammeln.

Bei Tirol Milch ist man vom langfristigen Erfolg der Partnerschaft mit den Weerberger Bäuerinnen und Bauern überzeugt. „Es gibt leider viele Bäuerinnen und Bauern, die aus der Milchwirtschaft aussteigen. Wenn es dann leidenschaftliche Milchbäuerinnen und -bauern gibt, denen der Verarbeiter abhandenkommt und die dann die Milchviehhaltung beenden müssten, wäre das extrem schade. Als Molkerei brauchen wir unsere bäuerlichen Familienbetriebe um weiterhin beste heimische Milch- und Käsespezialitäten anbieten zu können. Es war daher nur logisch und gescheit nun auch am Weerberg Milch zu sammeln“, ist Geschäftsführer DI Josef Braunshofer überzeugt.

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