Deutschland

Umweltbundesamt: Große Rinderhalter sollten für Methanausstoß zahlen

In Deutschland könnten große Rindermastbetriebe bald für ihre Methan ausstoßenden Tiere zahlen, zumindest wenn es nach dem Willen des Umweltbundesamtes geht. "Mittelfristig ist es denkbar, zumindest die großen, industrieähnlichen Mastbetriebe in den Emissionshandel einzubeziehen", sagte dessen Präsident Jochen Flasbarth der Zeitung "Die Welt".

(Bildquelle: )

Bauern müssten für ihre Ställe je nach Größe dann entsprechende Verschmutzungszertifikate erwerben. Gerade Rinder verursachen hohe Methan-Emissionen, die das Klima stark schädigen, begründete Flasbarth seinen Vorstoß laut Nachrichtenagentur dapd.

Doch ist dem tatsächlich so? Zwar entweichen einer Kuh täglich etwa 500 Gramm Methangas aus Hintern und Maul, wie Untersuchungen in Haus Riswick im nordrhein-westfälischen Kleve ergeben haben. Insgesamt stoßen deutsche Kühe bis zu 14 Millionen Tonnen Methan jährlich in die Atmosphäre. Und Methan schädigt laut Wissenschaftlern das Klima 21-mal stärker als Kohlendioxid.

Rinder nur zu 1,5 % am Methanausstoß beteiligt

Doch so eindrucksvoll die absoluten Methan-Mengen klingen mögen - im Verhältnis sind Rinder nur Statisten in der Klimabilanz der Länder:  Zum Beispiel betragen die gesamten Methanemissionen in Deutschland laut Umweltbundesamt etwa 950 Millionen Tonnen, d.h. Rinder sind nur zu 1,5 % daran beteiligt. Der vermeintliche Klimakiller Kuh ist somit nur ein kleiner Fisch unter den Verursachern des Treibhauseffekts, schrieb schon vor längerer Zeit der „Stern“. Der wahre Übeltäter sei und bleibe der Mensch.

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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