Lebendtiertransporte

Verschärfte Bedingungen

Das Sozialministerium (BMSGPK) hat noch vor Ostern einen Erlass zu den Lebendtiertransporten kundgemacht. Demnach sollen diese nur mehr abgefertigt werden, wenn ein rascher Transport gewährleistet werden kann.

Tiertransporte in die EU können EU-rechtlich nicht verboten werden. Mit einem aktuellen Erlass will das Sozialministerium aber für bessere Tiertransportbedingungen sorgen. (Bildquelle: Archiv)

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am vergangenen Freitag einen Erlass unterzeichnet, der verschärfte Auflagen bei Tiertransporten vorsieht. Die Corona-Pandemie sorge für deutliche Verzögerungen und Staus bei der Grenzabwicklung, dadurch stünden Tiere bei Lebendtransporten – vor allem wenn sie quer durch Europa befördert werden – unter erhöhter Belastung, so die Begründung des Ministers in einer Aussendung.

Tiertransporte aus Österreich heraus gänzlich zu verbieten, sei EU-rechtlich nicht möglich, der Erlass sollte aber für bessere Bedingungen sorgen. Die Rinderzucht Austria (ZAR) verweist in einer ersten Reaktion darauf, "dass wir bei Zuchtrindertransporten bereits jetzt umfassende Maßnahmen gesetzt haben, damit die Tiere gesund und in bestem Zustand am Zielbetrieb ankommen".

Generell sei "bei innerunions-grenzüberschreitenden Lebendtiertransporten von Behördenseite dafür Sorge zu tragen, dass eine prioritäre Abfertigung an den Grenzen erfolgt", heißt es in dem Erlass. Die Amtstierärzte werden angewiesen, im Rahmen der sogenannten Plausibilitätsprüfung Tiertransporte nur abzufertigen, wenn ein rascher Transport gewährleistet werden kann, hierfür sind längere Wartezeiten an den Grenzübergängen zu berücksichtigen. Zusätzlich müssen sich die Transporteure verpflichten, nach dem Transport einen Foto- oder Videobeweis zu erbringen, der die Situationen beim Grenzübertritt und beim Entladen der Tiere dokumentiert. Mit dieser Auflage wird gewährleistet, dass die gesetzlichen Tierschutzstandards eingehalten werden.

Für die ZAR steht Tiergesundheit im Fokus

Laut ZAR-Obmannn Stefan Lindner werden alle Transporte von österreichischen Zuchtrindern mit großem Augenmerk auf die Gesundheit der Tiere umgesetzt: "Zuchtrinder müssen gesund und in bestem Zustand am Zielbetrieb ankommen, da die neuen Besitzer mit unserer Genetik ihre betrieblichen Existenzen absichern und aufbauen möchten. Die heimische Rinderzucht leistet damit tagtäglich eine Art Entwicklungshilfe", so der Obmann. Österreich habe ohnehin deutlich strengere Vorschriften für Tiertransporte als viele EU-Staaten.

"Wir als ZAR möchten den bereits eingeschlagenen erfolgreichen Weg mit der Ausarbeitung eines transparenten Qualitätssicherungssystems für den Zuchtrindertransport mit einer lückenlosen Kontrolle von der Abfahrt bis hin zur Ankunft konsequent fortsetzen, um weg von einer emotionalen und hin zu einer faktenbasierten Diskussion zu kommen. Eine Arbeitsgruppe zur Konzeptionierung wird gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium, dem Sozialministerium und Vertretern der Branche eingerichtet", so Lindner.


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