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Weniger Methan beim Rülpsen – aber wie?

Wenn es um den Klimawandel geht, wird den Wiederkäuern häufig der schwarze Peter zugespielt. Aber es gibt verschiedene Möglichkeiten bei der Fütterung, wie Landwirte den Methanausstoß ihrer Kühe reduzieren können.

Unser Autor: Dr. Georg Terler, HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Methan gilt als der böse Zwillingsbruder von CO2, da es noch mehr Wärme aufnimmt und als Treibhausgas stärker wirkt. Bei jedem Rülpser der Kuh wird Methan ausgestoßen. Das Gas wird im Pansen bei der Verdauung gebildet und dient als natürlicher Puffer, d. h., es verhindert eine Pansenübersäuerung. Was für die Kuh also durchaus positiv ist, wirkt sich – einmal in die Atmosphäre gelangt – negativ auf die Umwelt aus. Um die Methanemissionen von Wiederkäuern zu reduzieren, gibt es verschiedene Ansätze, die Fütterung ist einer davon. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten:

1. Kraftfutteranteil ­optimieren

Zwischen der Verdauung von faserreichen Pflanzen und Methanemissionen besteht ein hoher Zusammenhang. Wenn Faser verdaut wird, entsteht als Nebenprodukt Methan. Der einfachste Weg, den Fasergehalt zu reduzieren ist es, die Grundfutterqua­lität zu steigern. Der Fasergehalt in Grassilage und Belüftungsheu sollte 43 bis 49 % nicht übersteigen.
Der Fasergehalt der Ration kann auch durch den Einsatz von Kraftfutter beeinflusst werden. In einem Forschungsprojekt der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wurde untersucht, welchen Einfluss das Kraftfutterniveau auf die Methanproduktion von Milchkühen hat. Die Tiere wurden mit unterschiedlich hohen Kraftfutteranteilen von 5 bis 30 % in der Ration gefüttert, ihre Methanausscheidungen in Respirationskammern (siehe Info Methan) gemessen.

Die Ergebnisse der Messungen zeigten eine deutliche Abhängigkeit der Methanproduktion vom Kraftfutteranteil in der Ration. Je mehr Kraftfutter gefüttert wurde, desto größer war die Futteraufnahme der Kühe und desto höher stiegen ihre Methanemissionen pro Tag (siehe Übersicht).

Mit höheren Kraftfuttergaben wurde aber auch die Milchleistung der Kühe gesteigert. Damit verteilten sich die Emissionen auf mehr Liter und die ­Methanproduktion pro kg Energie-korrigierter Milchleistung (ECM) nahm mit steigendem Kraftfuttereinsatz ab. Die niedrigsten Emissionen pro kg ECM wurden bei 20 bis 25 % Kraftfutteranteil erreicht.
Damit die Optimierung des Kraftfuttereinsatzes jedoch einen positiven Effekt auf das Erdklima hat, müsste die in Österreich produzierte Milchmenge mit weniger Tieren erzeugt werden. Solange die Kuhanzahl gleich bleibt, steigen die Gesamtmethanemissionen hierzulande. In die Studie wurden die...

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