Online-Seminar

Wie Mutterkuh und Wolf vereinbaren?

Ein Erfahrungsbericht aus Sachsen-Anhalt zeigt, wie Landwirte mit der zunehmenden Zahl Wölfe umgehen und wie sich Herdenschutz erreichen lässt.

Mutterkuhherde

Das Wolfskompetenzzentrum Iden empfiehlt besonders rund um Kalbungen im Freien das Errichten von Schutzzäunen mit stromführenden Litzen. (Bildquelle: Landwirtschaftsverlag GmbH)

„Das Kompetenzzentrum hat in den vergangen zwei Jahren trotz steigender Anzahl von Wolfsterritorien einen deutlichen Rückgang an Übergriffen durch den Wolf festgestellt“, erklärte Julia Kamp vom Wolfskompetenzzentrum Iden in Sachsen-Anhalt. Bei einer Online-Veranstaltung des Netzwerks Fokus Tierwohl zum Thema „Zukunftsorientierte Mutterkuhhaltung“ gab die Referentin Tipps zum Herdenschutz.

Den Rückgang der Wolfsübergriffe führt die Expertin auf das gesteigerte Bewusstsein der Tierhalter in Bezug auf den Herdenschutz zurück. Außerdem zeigen laut Kamp auch auf die eingesetzten Maßnahmen und Förderungen zum Herdenschutz in Form von Herdenschutzzäunen und Hütehunden Wirkung.

Wolfsrissrelationen

Die Zahl der Übergriffe durch Wölfe auf Rinder sinkt trotz vermehrt auftretender Wolfsterritorien (*inklusive grenzüberschreitender Territorien) (Bildquelle: Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt)

Junge Kälber sind oft Beute

Nach Angaben der Beraterin hat die Vergangenheit gezeigt, dass junge Kälber bis zu einem Alter von 14 Tagen am häufigsten gerissenen werden. Sie rief die Rinderhalter dazu auf, gerade rund um Kalbungen im Freien besondere Schutzmaßnahmen zu treffen. Die Expertin unter anderem Tipps für den Zaunbau: So sollten Mutterkuhhalter kälberführende Herden mit fünf Litzen einzäunen, die im Abstand von 20, 40, 60, 90 und 120 cm zum Boden angebracht werden. „Um ein Untergraben zu verhindern, müssen mindestens die untersten drei Litzen Strom führen“, erklärte Kamp.

Wie bei Kadaverfund reagieren?

Zusätzlich klärte die Beraterin über die die optimale Vorgehensweise bei einem Kadaverfund auf. „Zunächst müssen eine weitere Fremdeinwirkung auf den Kadaver und dessen Teile vermieden und die Herde auf mögliche Verletzungen untersucht werden“, erläuterte Kamp. Daraufhin ist die zuständige Behörde zu informieren, die für das jeweilige Bundesland Bereitschaftstelefonnummern ausweist. Die Begutachtung des Kadavers erfolgt innerhalb von 24 Stunden nach Kontaktaufnahme. In Absprache mit der Behörde sollten zusätzlich Sofortschutzmaßnahmen ergriffen werden, um weitere Risse zu vermeiden.


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