Tirol

Wolf: Tirol will Herdenschutz weiter ausbauen

Nach den zahlreichen Wolfrissen im Vorjahr will das Land Tirol den Herdenschutz weiter ausbauen. Erste Projekte auf Schafalmen sollen heuer starten.

Wolf

Im Vorjahr wurden in Tirol zehn Wölfe nachgewiesen. 250 gerissene oder vermisste Schafe und Ziegen gehen auf deren Konto. (Bildquelle: pixabay.com/Lolame)

Die Rückkehr der großen Beutegreifer, insbesondere des Wolfs, hat in Tirol im vergangenen Jahr nicht nur die Almwirtschaft, sondern auch die Behörden stark belastet. Zehn Wölfe, davon acht männliche und zwei weibliche, wurden im Jahr 2020 in Tirol nachgewiesen. 150-mal sind die Amtstierärzte ausgerückt, um Rissbegutachtungen sowohl von Nutz- und Wildtieren vornehmlich in oft schwer zugänglichen Almgebieten vorzunehmen, zahlreiche Almbegehungen und Vor-Ort-Beratungen wurden durchgeführt. Für die rund 250 gerissenen und im Zusammenhang mit großen Beutegreifern vermissten Schafe und Ziegen sind beim Land im letzten Jahr 114 Anträge auf Entschädigungszahlungen und Refundierung von Futterkosten eingegangen.

2020: 1 Mio. € für Herdenschutz

Um die Weidetiere auf den Almen vor Wolfsangriffen zu schützen, stellt das Land Tirol in den Jahren 2020/2021 insgesamt 1 Mio. Euro für Herdenschutzmaßnahmen zur Verfügung. Die ersten Projekte auf Schafalmen starten mit der heurigen Almsaison und werden seitens des Landes bei der Planung der Schutzmaßnahmen, der veterinärmedizinischen Betreuung der aufgetriebenen Tiere, bei der Schaffung der notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen sowie in organisatorischen und rechtlichen Fragen unterstützt.

Um diese umfassenden Leistungen bieten zu können, wird eine Planstelle für die Koordination von Herdenschutz-Pilotprojekten geschaffen und das Team der Amtstierärzte, die auch das Monitoring und Rissbegutachtungen durchführen, aufgestockt. Weiter verstärkt wird auch die Zusammenarbeit mit der lokalen Jägerschaft. Eine jagdlich sachverständige Person sowie eine Wildbiologin/ein Wildbiologe sollen unter anderem Besenderungs- oder Vergrämungsversuche koordinieren sowie Informations- und Schulungsarbeit leisten.


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