Erst quietschfidel, plötzlich tot Premium

Die Ödemkrankheit ist tükisch: An einem Tag sind die Absatzferkel putzmunter, am nächsten Tag könnten sie schon tot sein. (Bildquelle: Archiv)

Plötzliche Todesfälle in der Ferkelaufzucht können auf die Ödemkrankheit hindeuten. Wie Sie diese erkennen und was Sie dagegen tun können, zeigt folgender Praxisfall.

Die Absetzferkel schwankten beim Gehen und lagen fest. Schon nach 12 Stunden waren sie tot. Und das ohne offensichtliche Vorerkrankung.

Dieses Bild bot sich bei einem Betriebsbesuch in Oberösterreich. Innerhalb von nur zwei Tagen verendeten acht Aufzuchtferkel auf dem kombinierten Betrieb mit 105 Zuchtsauen. Damals dachte der Betriebsleiter noch nicht, dass die Todesfälle durch die Ödemkrankheit ausgelöst worden waren.

Alle betroffenen Tiere waren aus einer Ferkelaufzuchtkammer und wurden im Rein-Raus aufgestallt. Die toten Ferkel waren zwischen 10 und 12 kg schwer.

Auch andere Ferkel in den Buchten zeigten auffällige Symptome. So lagen erkrankte Tiere in Seitenlage mit einer schlaffen Lähmung auf dem Boden. In einer weiteren Bucht fielen Tiere auf, die beim Laufen leicht schwankende Bewegungen an der Hinterextremität zeigten. Einige Ferkel hatten geschwollene Augenlieder.

Bei den erkrankten Tieren handelt es sich um durchwegs frohwüchsige Ferkel, die 14 Tage zuvor abgesetzt wurden. Vor vier Tagen stellte der Landwirt das Absetz- auf Aufzuchtfutter um. Die Tiere zeigen eine gute Futteraufnahme.

Neue Futterrezeptur:

Der Landwirt berichtet, seit fünf Wochen eine neue Rezeptur des Ferkelaufzuchtfutters zu haben. Diese weist einen höheren Energie- und Rohproteingehalt und weniger Rohfaser auf als die vorhergehende. Dadurch will er das Wachstum in der Ferkelaufzucht beschleunigen.

Daneben waren keine Defizite beim Futter- und Wassermanagement offensichtlich. Das Tier/Fressplatzverhältnis, die Futterstruktur und die Wasserversorgung lagen im empfohlenen Bereich.

Um eine mögliche Diagnose zur Todesursache stellen zu können, wurden drei verendete Tiere seziert. Dabei zeigte sich, dass die Ferkel einen guten Ernährungszustand hatten und die Mägen gut mit Futter gefüllt waren. Die Magenwand erschien etwas dicker als normal, der Dünndarm war erweitert und mit blutig wässriger Flüssigkeit ...

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Artikel geschrieben von

Dr. Michael Holzheu

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