Fleischmarkt

EU-Schweinefleischexporte auf Rekordhoch

Nach vorläufigen Zahlen der EU-Kommission wurde im Januar und Februar knapp 28 % mehr Schweinefleisch von der EU an Drittländer verkauft als in der Vorjahresperiode. Der größte Exporteur war Spanien.

Schweinefleisch

Der Exportboom von Schweinefleisch in der EU hielt auch Anfang 2021 weiter an. (Bildquelle: Heil)

Die Schweinefleischexporte der Europäischen Union (EU) haben im vergangenen Jahr Rekordhöhen erklommen und der Ausfuhrboom setzt sich Anfang 2021 fort. Nach vorläufigen Angaben der EU-Kommission wurden im Januar und Februar von den 27 Mitgliedstaaten ohne Großbritannien insgesamt 1,02 Mio t Schweinefleisch einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen in Drittländer verkauft; das waren gut 222.400 t bzw. 27,9 % mehr als in der Vorjahresperiode. Im Betrachtungszeitraum legten die Exporteinnahmen aus dem internationalen Schweinefleischverkauf um 214 Mio. € bzw. 11,1 % auf 2,15 Mrd. € zu. Der Zuwachs bei den EU-Ausfuhrmengen war insbesondere auf die boomenden Schweinefleischlieferungen nach China zurückzuführen. Diese nahmen gegenüber den ersten beiden Monaten 2020 um 144.900 t bzw. 30,4 % auf 622.200 t zu. Damit entfielen auf das Chinageschäft rund 61 % aller EU-Exporte.

Stärkster Lieferanstieg auf die Philippinen

Den relativ stärksten Ausfuhranstieg beim EU-Schweinefleischabsatz in Drittländern gab es mit einem Plus von 133,1 % auf 55.820 t bei den Lieferungen auf die Philippinen. Dort hatte die Regierung kürzlich wegen der im Land gestiegenen Preise infolge der Afrikanischen Schweinepest (ASP) eine massive Ausweitung der Importe und Zollsenkungen bei der Einfuhr verkündet. Auch Vietnam ist von dieser Tierseuche betroffen und orderte mit 29.750 t gut ein Fünftel mehr Ware in der Gemeinschaft. Zudem stiegen die Ausfuhren in die ehemalige britische Kronkolonie Hongkong im Vorjahresvergleich um 93,1 % auf 47.760 t. Schwächer lief laut Kommissionsdaten dagegen das Geschäft mit Japan; die Schweinefleischausfuhren dorthin gingen im Vergleich zu Januar und Februar 2020 um 25,9 % auf 50.630 t zurück. Dieses Land verlor damit den zweiten Platz der wichtigsten EU-Kunden an die Philippinen und rangierte nun auf Rang drei. Mit einem Minus von 15,1 % auf 31.690 t wurde zudem weniger Schweinefleisch nach Südkorea verkauft. Auch der Export nach Australien war im bisherigen Jahresverlauf rückläufig, und zwar um 14,8 % auf 14.500 t.

Spanien klare Nummer eins

Mit Abstand größter Exporteur unter den EU-Mitgliedstaaten war Spanien. Die Ausfuhr von Schweinefleisch in Drittstaaten im Januar und Februar 2021 schnellte im Vergleich zur Vorjahresperiode um 83,3 % auf 411 220 t nach oben. Rund drei Viertel davon wurden nach China geliefert. Auch Dänemark profitierte stark vom Importbedarf der Volksrepublik; der Gesamtexport von Schweinefleisch einschließlich Nebenerzeugnissen nahm um 25,7 % auf 170.000 t zu. Dahinter rangierten die Niederlande mit 131.600 t, was einen Ausfuhranstieg von 30,1 % bedeutete. Deutschland rutsche aufgrund der Einfuhrsperren in vielen außereuropäischen Ländern wegen der hiesigen ASP auf den vierten Platz der EU-Exporteure ab. Die Liefermenge in Drittstaaten brach im Vorjahresvergleich um 106.310 t bzw. 56,0 % ein. Die verlorenen Marktanteile sicherten sich andere EU-Staaten. Zu diesen zählte auch Frankreich mit einem Ausfuhrplus von 66,1 % auf 65.810 t. Kleinere Anbieter in der Gemeinschaft, wie Österreich und Portugal, konnten in den ersten zwei Monaten ihre Drittlandverkäufe sogar verdoppeln. Erstaunlich ist, dass auch das von der ASP betroffene Polen seine Schweinefleischexporte steigern konnte, nämlich um 31,6 % auf 41.280 t.

Auch Brasiliens Exporte gestiegen

Wie die EU konnte auch Brasilien seinen internationalen Schweinefleischabsatz steigern. Nach Angaben des Dachverbandes der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) auf Basis von offiziellen Daten aus dem Land legte der Export von frischem und gefrorenem Schweinefleisch im ersten Quartal 2021 gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um 24 % auf 224.100 t zu. Dazu trug wesentlich das Ausfuhrplus von 35 % auf rund 128.600 t bei den Lieferungen nach China bei. Zudem wurde mehr Ware nach Singapur, Uruguay, Chile und Argentinien verkauft. Der Export von frischem und gefrorenem Schweinefleisch nach Russland kam dagegen vollständig zum Stillstand.


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