Afrikanische Schweinepest

Bekämpft Brandenburg die ASP zu schleppend?

Schweinehalter in Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt kritisieren die ASP-Bekämpfung in Brandenburg. Anna Heyer-Stuffer, Leiterin des Brandenburger ASP-Krisenstabes hält dagegen.

Tiggemann und Heyer-Stuffer

Frank Tiggemann ist Sprecher der vier ostdeutschen Interessengemeinschaften (IGS). Staatssekretärin Anna Heyer-Stuffer leitet den Brandenburger ASP-Krisenstab. (Bildquelle: Privat/MSGIV Brandenburg)

Darum gehts: Die brandenburgischen Behörden bekämpfen die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen nicht engagiert genug. Das kritisieren jedenfalls die Mitglieder der Interessen­gemeinschaften der Schweinehalter Brandenburgs, Sachsen, Thüringens (IGS) und des Schweinewirtschaftsverbandes Sachsen-Anhalt. Die Leiterin des Brandenburger ASP-Krisenstabes hält dagegen.

PRO

Um die ASP schnell in den Griff zu bekommen, müssen Bund, Länder, Landkreise und Behörden vor Ort dringend strukturierter und zielgerichteter vorgehen. Dazu schlagen wir folgendes vor:

  • Grenzzaun zu Polen: Wir brauchen eine wildschweinfreie Zone entlang der Grenze zu Polen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Landesbauernverband Brandenburg (LBV) haben 2018, 2019 und 2020 von der Landesregierung in Potsdam wiederholt den Bau eines wildschweinesicheren Zaunes und die konsequente Bejagung der Schwarzkittel gefordert. Erst nach den ASP-Funden im September 2020 wurde mit dem Bau eines festen Zaunes begonnen. Abgeschlossen ist er aber bis heute nicht. Er weist immer noch große Lücken auf. An der Grenze zu Polen, zwischen Lebus und Frankfurt (Oder) existiert überhaupt kein Zaun.
  • Weiße Zonen/Kernzonen: Auch rund um die Kern- und Weißen Zonen ist der feste Zaun noch nicht komplett. Die vier Interessengemeinschaften der Schweinehalter (IGS) fordern seit Wochen, dass die ­stabile Einzäunung der Kerngebiete fer­tig­gestellt wird. Mobile Elek­trozäune bieten keinen ausreichenden Schutz – erst recht nicht, wenn sie unzureichend gewartet werden.

  • Westlicher Zaun: Durch Schließen der wenigen Lücken im bereits vorhandenen festen Zaun entlang der Autobahnen 10, 11, 13 und 17 ließe sich das ASP-Risikogebiet mit einfachen Mitteln großflächig und nachvollziehbar eingrenzen. Das ist wichtig, um eine weitere Ausbreitung der Seuche gen Westen zu verhindern und die für den Fleischexport wichtigen Drittländer davon zu überzeugen, dass das ASP-Gebiet sicher vom Rest der Republik abgegrenzt ist.
  • Absprachen mit Polen: Wir fordern die Landesregierungen Brandenburgs, Mecklenburg-Vorpommerns und Sachsens auf, in Absprache mit dem Bund Vereinbarungen mit Polen zu treffen, die ASP konzentriert zu bekämpfen. Wir fordern eine...

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