EU Schweinemarkt

Boomende Nachfrage lässt Schweinepreise weiter steigen

Absolut außergewöhnliche Rahmenbedingungen führen EU-weit zu einem weiteren Preisanstieg bei Schlachtschweinen. Während Schweinebauern jubeln, spannt sich die Lage der Fleischindustrie weiter an.

Das durchschnittliche Angebot an Schlachtschweinen reicht bei weitem nicht aus, um den aktuellen Bedarf zu decken (Bildquelle: Kraml)

Während angebotsseitig außer in Spanien einige Prozente fehlen, überlagern sich absatzseitig Rekordwerte. Auch unter normalen Umständen ist um dieses Jahreszeit Höchstbedarf der Fleischindustrie, Stichwort Weihnachtsgeschäft. Doch heuer toppt die ASP-Seuche in Asien alle bisherigen Verhältnisse. Die in dieser Dimension nie da gewesene Nachfrage aus Asien gibt jetzt jenen Prognosen recht, die in Deutschland (+ 5 Cent) noch für heuer den Vereinigungspreis auf der Marke € 2,- sahen. Damit dürfte zumindest vorerst bzw. für heuer der Höchstwert erreicht sein.

Fleischindustrie fordert Exportstopp

In Österreich wird seit Wochen händeringend nach Schlachtschweinen gesucht, so auch diese Woche. Das durchschnittliche Angebot reicht bei weitem nicht aus, um den aktuellen Bedarf zu decken. Auch die rekordhohen, knapp unter 100 kg liegenden Schlachtgewichte können nur geringfügig die Fehlmenge kompensieren. Folge dessen fällt es der heimischen Fleischindustrie schwer, die knappe Rohstofflage bzw. hohen Preise zu akzeptieren. Die Stimmung ist dermaßen angespannt, dass sich Branchensprecher Kommerzialrat Schmiedbauer zu einer unqualifizierten bzw. absurden Forderung an die Politik hinreißen ließ, so Johann Schlederer, Chef der Schweinebörse Demnach appelliert er in Printmedien einen Exportstopp zu verhängen.

Rasch ausverkauft waren erneut die Schweine an der Ö-Börse, was ein weiteres Plus von 5 Cent zur Folge hatte. Damit liegt die Mastschweine-Notierung in der aktuellen Vermarktungswoche bei 1,98 €/kg (Berechnungsbasis: 1,88 €/kg) Schlachtgewicht.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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