ISN-Umfrage

Die Hälfte aller deutschen Schweinehalter plant den Ausstieg

Ein massiver Strukturwandel steht der Schweinehaltung in Deutschland bevor. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen ISN-Umfrage. Insbesondere kleinere Betriebe planen kurzfristig den Ausstieg.

Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) zur Zukunft der Schweinehaltung sind alarmierend. Rund die Hälfte aller Schweinehalter plant danach in den nächsten zehn Jahren den Ausstieg aus der Schweinehaltung. Insgesamt 1.048 Schweinehalter – darunter 350 Sauenhalter und 698 Schweinemäster - haben im Juli und August 2021 an der Umfrage der ISN teilgenommen. Die Rückmeldungen repräsentieren somit rund 10 % der deutschen Schweinehaltung, wie die ISN in einer Pressemitteilung schreibt. Alle Ferkelerzeuger und Mäster haben unter Angabe von Namen und Kontaktdaten an der Umfrage teilgenommen. Die Ergebnisse sind somit entsprechend belastbar.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • In den nächsten zehn Jahren wollen 60 % der Sauenhalter und 40 % der Schweinemäster aus der Produktion aussteigen.
  • Bei etwa jedem sechsten befragten Betrieb ist der Ausstieg schon sehr konkret und bereits eingeleitet oder steht innerhalb der nächsten zwei Jahre bevor.
  • Vor allem kleinere Betriebe planen einen zeitnahen Ausstieg innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre.
  • Größte Ausstiegsraten in Süddeutschland: Mehr als 70 % der Sauenhalter und 55 % der Schweinemäster im Süden denken an eine Betriebsaufgabe in den nächsten zehn Jahren.
  • Die Tierzahlen schrumpfen: Durch die hohe Zahl der aussteigenden Ferkelerzeuger und Schweinemäster werden voraussichtlich 25 bis 30 % weniger Sauen und Mastschweine in Deutschland gehalten.
  • Hauptgründe der Betriebsaufgabe: Die Summe der Auflagen, fehlende Perspektive und Planungssicherheit sowie mangelnder politischer Rückhalt. Trotz der aktuell desaströsen Marktlage liegt die finanzielle Situation als Ausstiegsgrund nicht auf den ersten Plätzen.