Impfung

Eisenmangel und Kokzidiose gleichzeitig behandeln

Eisenmangel und Durchfallerkrankungen wie die Kokzidiose stellen viele Ferkelerzeuger vor Herausforderungen. Mit einer Kombiinjektion können sie beide Probleme auf einmal angehen.

Unser Autor: Univ. Prof. Dr. Wolfgang Sipos, europäischer Fachtierarzt für Schweine, Vetmeduni Wien

Eisenmangel und Durchfallerkrankungen gehören zum Alltag der Ferkelerzeuger. Um die Eisenreserven aufzufüllen, hilft der Griff zur Spritze. Mit der Eisenapplikation können Landwirte jetzt gleichzeitig den Wirkstoff Toltrazuril verabreichen. Dieser bekämpft Kokzidien, die Durchfall auslösen. Der Vorteil dieser Kombination: Weniger Stress für Mensch und Tier durch nur einen Nadelstich.

Zwei Produkte am Markt

Das bereits erwähnte Toltrazuril wurde bisher nur oral verabreicht. Mittlerweile gibt es zwei Kombinationsprä­parate mit einer Gleptoferron- und einer Toltrazuril-Komponente. Bei diesen reicht eine einmalige intramuskuläre Injektion aus, um die Tiere sowohl gegen die Kokzidiose zu behandeln als auch die obligate Eisensubstitution durchzuführen. (Mehr zu Gleptoferron unten im Kasten).

Der Vorteil der Toltrazuril-Injektion im Vergleich zur oralen Gabe mittels Drencher besteht in einem höheren Wirkstoffspiegel, der nachweislich über die ersten 24 Lebenstage direkt an der Ileumschleimhaut erreicht wird.

Die Firma Ceva und die Firm Elanco bieten zurzeit diese Wirkstoffkombination an. Die Produkte unterscheiden sich vor allem bei der Dosierung und dem zugelassenen Verabreichungszeitpunkt voneinander (siehe Übersicht).

Beim Produkt von Ceva wird eine fixe Dosierung von 1,5 ml im Zeitraum von 24 bis 96 Stunden nach der Geburt als einmalige intramuskuläre Injektion verabreicht. Diese gewährleistet, dass die Ferkel eine ausreichende Menge an Eisen (200 mg) und Toltrazuril (45 mg) erhalten.

Mit der einmaligen Injektion, die ­anstelle einer Spritze für die Eisen­supplementierung plus der Toltrazurilgabe mittels Drencher zur Anwendung kommt, kann von einer geringeren Stresssituation für das Tier sowie einer entsprechenden Arbeitszeitverkürzung ausgegangen werden. Hinzu kommt, dass Ferkel generell das parenteral aufgenommene Toltrazuril nicht ausspucken können.

Ferkel vorab wiegen

Das Produkt von Elanco hat im Prinzip dieselbe Wirkstoffzusammensetzung, aber in anderer Konzentration und Formulierung. Außerdem ist es...