Kommentar

Es fehlen 800.000 Tierwohlschweine!

1 Mio. Tierwohlschweine ab 2030 sind das Ziel der österreichischen Schweinebranche. Damit diese Rechnung aufgeht, müssen allerdings noch viele Bauern in höhere Tierwohlprogramme einsteigen.

Innerhalb von zehn Jahren will die ­Branche den Anteil an Schweinen, die in den AMA-Gütesiegel-Modulen „Mehr Tierwohl“ produziert werden, deutlich erhöhen. Zusammen mit Bioschweinen soll dieses Premiumsegment nämlich 1 Mio. Schweine ausmachen. Damit die Rechnung allerdings aufgeht, müssen viele Bauern in die Tierwohlprogramme der Haltungsnote „Gut“ und „Sehr gut“ einsteigen. Ak­tuell werden knapp 200.000 Tierwohl- und Bioschweine produziert. Es fehlen also noch 800.000 Tiere!

Wie groß der Absatz von Tierwohlschweinefleisch in Zukunft sein wird, kann man nicht vorhersagen. Klar ist, dass der Trend auf jeden Fall in diese­ Richtung geht. Das zeigt sich schon durch die Ankündigung von Hofer im Vorjahr: Der Diskonter will wie die Aldi-Mutter in Deutschland ab 2030 nur noch Fleisch aus den höchsten Haltungsformen verkaufen. Auch das Möbelhaus XXX-Lutz setzt jetzt statt Billigschnitzel auf Tierwohlfleisch. Auch die öffentliche Hand hat schon Ansagen gemacht, Tierwohl kaufen zu wollen.

Doch vor allem müssen die Konsumenten zu 100 % vom heimischen Schweinefleisch und von den höherpreisigen Tierwohlsegmenten überzeugt werden. Denn diese bestimmen durch ihr Einkaufsverhalten, wie produziert wird. Durch unterschiedliche Werbemaßnahmen muss das Vertrauen ­gestärkt ­werden. Denn nur wenn die Nachfrage nach Tierwohlfleisch hoch ist, erhalten die Bauern langfristig eine Perspektive, in diese Produktion zu ­investieren.