Jahreshauptversammlung Styriabrid

Gute Schweinepreise in den nächsten Jahren erwartet

Die Afrikanische Schweinepest in China beschert Europa derzeit indirekt gute Schweinepreise. Das soll sich auch in den nächsten zwei bis drei Jahren fortsetzen, wie Styriabrid-Geschäftsführer Raimund Tschiggerl bei der Jahreshauptversammlung der Erzeugergemeinschaft erklärte.

Zahlreiche Schweinebauern kamen am 17. Mai 2019 zur Jahreshauptversammlung der Styriabrid. (Bildquelle: Styriabrid)

In spürbar guter Stimmung verlief die Mitgliederversammlung der Styriabrid angesichts günstiger Preisaussichten auf dem Schweinemarkt. Geschäftsführer Raimund Tschiggerl erwartet "für die kommenden zwei bis drei Jahre gute Preise" für die Mitgliedsbetriebe. Auslöser ist der massive Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China, dem mit Abstand größten Produktionsland. Dort seien zehn Prozent des Schweinebestandes gefährdet. Das löse einen weltweiten Nahfragesog aus, der bis in die Steiermark reicht. "ASP verändert die ganze Schweinewelt", so Tschiggerl. Es gilt aber den Heimmarkt mit dem AMA Gütesiegel nicht zu vergessen und es derzeit intensiv an einer Weiterentwicklung gearbeitet. "Es muss bewusst sein, dass das Schweinefleisch ein sehr preissensibles Produkt ist", erklärt er weiter.

Schweinebauern mit Forderungen konfrontiert

Styriabrid-Obmann Kurt Tauschmann mahnte, dass auch bei diesen guten Aussichten die Einigkeit starker bäuerlicher Erzeugergemeinschaften erforderlich sei. Dann sei die Landwirtschaft in der Lage, die Preise zu beeinflussen. Tauschmann stellte angesichts vielfältiger Kritik an den Bauern in der Öffentlichkeit fest: "Wir sind zu einer Gesellschaft der Fordernden geworden." Im Gegensatz zu denen, "die alles besser wissen", trage die Landwirtschaft auch Verantwortung. Was das Zusammenleben in den Agrarregionen betrifft, legte der Styriabrid-Obmann das Bekenntnis ab, die Bauern wollten mit ihren Nachbarn "in Frieden leben".

Gremialvorsteher Johann Kaufmann betonte in seinen Grußworten das die Schlachthöfe voll hinter den guten Schweinepreisen stehen. Momentan sei es aber sehr schwierig, diese am Markt umzusetzen. Maria Pein, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer und selber erfolgreiche Schweinebäuerin erklärte, dass die jetzigen Signale vom Markt "psychologisch wichtig" sind. Georg Strasser, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, betonte in seinen Grußworten, dass sich jetzt in der Schweinebranche eine "Goldgräberstimmung" nicht breit machen sollte. Der neue Bauernbund versucht vor allem, mit den neuen Medien die reelle Landwirtschaft zu kommunizieren und sich auch alle gesellschaftlichen und politischen Diskussionen zu stellen.

Auswirkungen der Preise auf Konsumenten offen

Welche Auswirkungen die Entwicklung auf dem Schweinemarkt für die Konsumenten hat, ist offen, Die Lieberhaber von Schweinefleisch profitieren seit jeher vor der hohen Konzentration im Einzelhandel und dem entsprechend scharfen Wettbewerb.

Styriabrid ist der Zusammenschluss von mehr als 1200 bäuerlichen Betrieben der Schweinebranche. In einem schwierigen Marktumfeld wurden 2018 rund 800.000 Mastschweine und 650.000 Ferkel vermarktet. Der Umsatz für die Landwirte betrug 164 Millionen €.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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