Im Schnitt 15 Euro mehr pro Schwein für neue Tann-Tierwohl-Marke

27 Gustino-Strohschweinbauern können ihre Tiere jetzt unter der Marke „Tann für mehr Tierwohl" bei Spar vermarkten. Dafür erhalten sie im Schnitt 15 Euro mehr pro Schwein, erklärt Gustino-Gründer Johann Schlederer. Allerdings müssen sie dafür zahlreiche Kriterien erfüllen, wie 60% mehr Platz, Stroh zur Beschäftigung und die Fütterung mit Donau Soja. Das schmälert den Mehrerlös.

Tann Tierwohl

Hubert Stritzinger (Leiter der TANN-Fleischverarbeitungsbetriebe, li.), DI Dr. Hans Schlederer (Gustino Stroh, 2.v.li.) und Matthias Krön (Donau Soja, r.) überzeugten sich am Hof von Johanna und Alexander Preßl von der Haltung der Strohschweine. (Bildquelle: SPAR/PG Studios )

Bewusste Fleischesser achten immer öfter auf strengere Richtlinien für artgerechte Haltung von Schweinen. Spar weitet daher gemeinsam mit Gustino Stroh das Angebot an Schweinefleisch für mehr Tierwohl weiter aus. „Unter unserer neuen Marke „Tann für mehr Tierwohl" führen wir in ausgewählten Spar-, Eurospar- und allen Interspar-Märkten fünf Produkte in Selbstbedienung ein, die in Haltungskriterien und Fütterung zwischen konventionellem Tann-Qualitätsfleisch mit AMA-Garantie und Tann Bio-Fleisch angesiedelt sind“, erklärt Hubert Stritzinger, Leiter der Tann-Fleischverarbeitungsbetriebe von Spar. „Die Mehrkosten für mehr Auslauf und Fütterung mit Donau Soja tragen wir. Unsere Kundinnen und Kunden sollen für mehr Wohl der Tiere nicht tiefer in die Tasche greifen müssen, als für unser reguläres TANN-Qualitätsfleisch mit AMA-Gütesiegel.“

Mehr Auslauf, Haltung auf Stroh

Größten Wert legen die 27 Vertrags-Bauern von Gustino Stroh auf Tierwohl und Fütterung. „Unsere Schweine haben 60 Prozent mehr Platz, wir achten auf eine ordentliche Stroheinstreu, die Tiere haben Beschäftigungsmaterial und Vollspaltenböden sind verboten“, bestätigen Johanna und Alexander Preßl, die auf ihrem Hof in Regau Schweine züchten und mästen.

„Mit AMA Tierwohl-Modul, Stroh-Haltung und Donau Soja-Futter kreiert Gustino Stroh einen neuen Tierwohl-Standard beim Schweinefleisch“, so fasst Hans Schlederer, Gustino-Gründer und Geschäftsführer des Verbandes der ländlichen Veredelungsproduzenten Oberösterreich, seine Strategie zusammen. „Wir zahlen unseren Bauern schon seit Jahren 5 Prozent mehr für die Strohhaltung, jetzt gibt es vom Bund zusätzliche ÖPUL-Förderung für die Tierschutz-Stallhaltung, wie sie bei Gustino Stroh seit Jahresbeginn gültig ist. Weitere 5 Prozent Preisaufschlag erhalten die Bauern ab Juli als Abgeltung für die höheren Kosten durch die Verfütterung von Donau Soja.“ Spar garantiert die Abnahme des Fleisches für mindestens fünf Jahre, um langfristige Investitionen in Tierwohl-Maßnahmen für Bauern abzusichern.

Schlederer: Kosten und Erlöse gegenüberstellen

Auf top agrar-Nachfrage erklärte Schlederer, dass die Schweinebauern im Schnitt 15 Euro mehr pro Schwein bekommen würden. Das sind dann 10% mehr über einem längeren Zeitraum. 10 Cent pro kg Schalchtgewicht gibt es dabei für den Optimalbereich bei Gustino-Strohschweinen, 7 bis 8 Euro mehr sind es pro Schwein für den Einsatz von Donau Soja. Dabei müssen aber immer die Kosten und die Erlöse gegenübergestellt werden, erklärt Schlederer weiter. Ziel ist es, dass durch „Tann für mehr Tierwohl" die Mehrkosten für den erhöhten Aufwand abgedeckt werden. Die fixen Zuschläge gäbe es dabei immer, auch wenn wenn sich der Schweinepreis verändert.

Gentechnik-freie Fütterung aus Europa

Das Futter für die Schweine wird am eigenen Hof oder in der Region angebaut. Zusätzlich ist die Fütterung von Soja nötig, da es alle wesentlichen Aminosäuren enthält, die Nutztiere zum Aufbau von körpereigenem Eiweiß benötigen. Der Bedarf an Soja für die Fütterung kann aus österreichischem Anbau nicht gedeckt werden. Bisher wurde daher Soja in großen Mengen aus Südamerika importiert, wo Urwaldflächen für den Anbau gerodet werden und gentechnisch-verändertes Soja dominiert. „Tann für mehr Tierwohl“ ist eine der ersten Marken, die garantiert gentechnik-freies Soja aus Europa verwendet.

„Durch die Anstrengungen unseres Vereins Donau Soja wird Soja wieder vermehrt in die Fruchtfolge im Donauraum und in Europa integriert. Bereits 80 Prozent der österreichischen Legehennen werden mit Gentechnik-freiem Donau Soja gefüttert. Mit der steigenden Nachfrage durch Tann werden vermehrt Sojabohnen nach dem Donau Soja Standard angebaut und verarbeitet. So schaffen wir die nötigen Mengen für die Fütterung von heimischen Schweinen mit garantiert gentechnik-freiem Donau Soja“, freut sich Matthias Krön, Obmann des Vereins Donau Soja.

Tierwohl-Programme bei SPAR

Spar bietet Kundschaften vielfältige Auswahl an Frischfleisch mit Tierwohl-Aspekten. Das gesamte Tann-Frischfleisch trägt das AMA-Gütesiegel, zusätzlich führt Spar regional unterschiedliche Tierwohl-Programme. Beispielsweise werden die Tann-Almochsen nach den AMA-Zusatzprogrammen für Almhaltung mindestens eine Saison auf der Alm aufgezogen. Fleisch von Schweinen aus Strohhaltung führt Spar seit 2009. Seit das Programm vom freiwilligen AMA-Zusatzmodul „Mehr Tierwohl“ abgelöst wurde, führt Spar dieses Fleisch flächendeckend. 2017 hat Spar das Angebot in Niederösterreich und Wien um die neuen Marke „Tann-Heimathöfe“ erweitert. Dieses baut auf dem AMA-Tierwohl-Modul auf und verlangt zusätzlich einen Außenklima-Stall und vorwiegend Futter vom eigenen Hof. Für ihr besonderes Tierwohl-Engagement bei der Aufzucht von Schafen, Stieren und Jungrindern wurden sechs Partnerbetriebe der Tann Vorarlberg 2016 mit dem Vorarlberger Tierschutzpreis ausgezeichnet.

Tann für mehr Tierwohl-Produkte

Tann für mehr Tierwohl Schweine-Schopfsteak per kg 8,99
Tann für mehr Tierwohl Schweine-Schnitzel per kg 9,99
Tann für mehr Tierwohl Schweine-Karreesteak per kg 10,99
Tann für mehr Tierwohl Schweine-Faschiertes per kg 5,98
Tann für mehr Tierwohl Schweine-Schopfsteak mariniert per kg 8,99

Tann Tierwohl Produkte

Ab sofort bietet SPAR Schweineschnitzel, Schopfsteak, Karreesteak und Schweinefaschiertes natur sowie Schopfsteak mariniert aus Haltung mit mehr Tierwohl und Fütterung mit Donau Soja (Bildquelle: SPAR/PG Studios)


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