Ferkelproduktion

Hervorragender Ausblick auf 2020

2019 war eines der besten Ferkeljahre seit dem EU Beitritt vor 25 Jahren. Der Marktausblick ist weiterhin positiv - vor allem, wenn keine Afrikanische Schweinepest (ASP) auftritt.

Max Hiegelsberger

"Schweinebauern sollten das aktuelle Preishoch bei Ferkel zur Weiterentwicklung ihrer Betriebe nutzen", so OÖ Agrarlandesrat Max Hiegelsberger. (Bildquelle: Land OÖ/Wakolbinger)

Nach einem für die heimischen Ferkelerzeuger extrem einkommensschwachen Jahr 2018 hat 2019 mit einer mäßigen Notierung in der Höhe von 2 Euro begonnen. Das Ferkel kostete zu diesem Zeitpunkt knapp 64 Euro. In der zweiten Hälfte hat dann eine unerwartete und ungewöhnliche Preisrallye am gesamten Schweinemarkt eingesetzt. Im Durchschnitt konnte im Vorjahr ein Ferkelpreis von 83,50 Euro realisiert werden. Damit lag man deutlich über dem langjährigen Schnitt von knapp über 69 Euro. "Das tut den zuletzt so gebeutelten Familienbetrieben in der Ferkelerzeugung richtig gut. Mit den aktuellen Preisen sind die Produktionskosten endlich wieder vollständig gedeckt und ein Teil der Verluste der letzten Jahre kann damit ausgeglichen werden", erklärt OÖ Agrarlandesrat Max Hiegelsberger: "Es sollte aber nicht vergessen werden, dass die derzeitige Marktlage eine Momentaufnahme darstellt. Viele Einflüsse wirken auf den Preisbildungsprozess und Einzelereignisse, vor allem rund um die Afrikanische Schweinepest (ASP), können auch sehr rasch wieder eine negative Marktentwicklung auslösen."

Knapp 100 € pro Ferkel

"Man kann aktuell mit Überzeugung festhalten: Der Ausblick der heimischen Schweinebranche auf den Marktverlauf eines neuen Jahres war noch nie so erfreulich wie heuer. 2020 beginnt mit 98 Euro und damit auf einem Preisniveau, das wir seit dem EU-Beitritt 1995 nicht mehr hatten", so Johann Stinglmayr, Geschäftsführer vom VLV-Ferkelring. Dieses Preisniveau ist im gesamten EU-Raum gegeben, wodurch keinerlei Marktdruck aus dem Ausland zu spüren ist. Daran wird sich auch in nächster Zeit nichts ändern. Eine Bestandsausweitung in den großen EU-Produktionsländern, die bei guter Einkommenssituation in der Vergangenheit sehr rasch stattgefunden hat, wird heuer weitgehend ausbleiben. Zahlreiche in Diskussion stehende oder bereits beschlossene neue Auflagen in der Tierhaltung und im Düngermanagement limitieren vor allem die deutsche Ferkelerzeugung. Aber auch die typischen Ferkel-Versorgerländer Dänemark und Holland werden ihre Sauenbestände weiter zurückfahren. Trotzdem sollte die Afrikanische Schweinepest als Ursache dieser so erfreulichen Marktentwicklung immer mitgedacht werden.

Jetzt Perspektiven für die Zukunft entwickeln

"Neben der Preisthematik führen insbesondere die anhaltenden Diskussionen rund um die Bedingungen in der Tierhaltung zu Verunsicherung bei den Landwirten. Sie brauchen klare und planbare Rahmenbedingungen. Strengere Haltungsbedingungen müssen dann auch mit einer höheren Zahlungsbereitschaft der Konsumenten einhergehen. Nur dann wird es auch weiterhin eine marktbedeutende Ferkelerzeugung in Österreich geben, die die Grundlage für das heimische Schweinefleisch ist. 2020 mit dem guten Preisniveau zu Jahresbeginn wäre daher gut geeignet, unseren Bauern und ihren potenziellen Nachfolgern das Vertrauen in sichere Rahmenbedingungen wieder schrittweise zurückzugeben", so Stinglmayr. "Ich appelliere an alle Betriebsführer, die aktuelle Situation zu nutzen, um den eigenen Betrieb auf Stärken und Schwächen zu durchleuchten und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln", ergänzt Hiegelsberger.


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