LK fordert eine Ausweitung der Herkunftsangabe bei Schweinefleisch

Nachdem seit 1. April die Herkunft von Schweinefleisch gekennzeichnet werden muss, fordert nun die Landwirtschaftskammer Oberösterreich eine Ausdehnung auf verarbeitete Ware und eine verpflichtende Deklaration der Herkunft in der Gastronomie.

F. Reisecker und J. Schlederer

LK Präsident Franz Reisecker (l.) und Johann Schlederer, Geschäftsführer der VLV, fordern die Kennzeichnung der Herkunft von Fleisch in verarbeiteten Produkten und auf der Speisekarte. (Fotos: Kraml) (Bildquelle: )

Seit April 2015 muss die Herkunft (Land der Aufzucht, Land der Schlachtung) u.a. auch  bei Schweinefleisch angegeben werden. „Der erste Schritt ist gemacht. Jetzt fordern wir eine durchgehende Fleischkennzeichnung“, erklärte Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich heute bei einer Pressekonferenz. Zurzeit wird nur die Herkunft von Frischfleisch deklariert. Schon mariniertes oder gepökeltes Fleisch ist von der EU-weiten Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Die Rohstoffherkunft bei Verarbeitungsprodukten wird aber schon in Brüssel diskutiert. Zurzeit sei es aber wieder sehr still geworden um dieses Thema. „Die Forderung der Landwirtschaft bleibt weiter bestehen, dass man beider Kennzeichnung der Herkunft nicht auf halbem Weg stehen bleiben darf, sondern dass auch be- und verarbeitetes Fleisch und Fleischwaren zu kennzeichnen sind“, fordert Reisecker. Widerstand dazu gibt es vor allem von Seiten der Fleischindustrie.

Lidl setzt auf österreichisches Fleisch

Ein positives Beispiel nach der Einführung der Herkunftskennzeichnung ist die Handelkette Lidl. Seit 1. April wurde deutsches Frischfleisch von Tönnies gegen AMA-Gütesiegel Fleisch aus Österreich getauscht. Insgesamt belaufe sich der Anteil an AMA-Gütesiegel Fleisch bei 15 bis 20% der Gesamtproduktion von Schweinefleisch in Österreich.

Herkunft soll auch auf der Speisekarte stehen

Ein großes Problem sind aber immer noch die Gastronomie und die Großküchen. Seit der Kennzeichnungspflicht hat sich noch kein Trend zu österreichischer Ware gezeigt. „Ich habe gedacht, dass die Gastronomie auf österreichische Qualität achtet, aber es wird weiterhin billiges Fleisch gekauft“, so Johann Schlederer, Geschäftsführer des Verbandes landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV). Zurzeit führt der Gastrohandel bis zu 50% ausländisches Fleisch. Schlederer zeigte dazu ein Beispiel: Ein Verpackung mit den Angaben aufgezogen und geschlachtet in den Niederlanden, verpackt in Italien und verkauft in Österreich. Es gibt zudem auch Beispiele, wo keine Angabe der Herkunft auf der Etikette steht. „Ein großer Mangel“, ergänzt er. „Die Leute kaufen das ein, was sie brauchen. Sie schauen nicht auf die Herkunft, sondern auf den Preis“, ergänzt LK Präsident Reisecker.  Daher soll die Kennzeichnungspflicht auch auf die Gastronomie ausgeweitet werden. Der Verbraucher möchte auch beim Außer-Haus-Konsum wissen, woher das Fleisch stammt. 

Fleisch ohne Herkunft

Ein großer Mangel: Es gibt Fleischstücke, bei denen die Herkunftsangaben fehlen.



Fleisch

An diesem Beispiel ist klar ersichtlich, woher das Schwein stammt und wo das Fleisch verpackt wurde. Aufgezogen wurde das Schwein in den Niederlanden. Dort wurde es auch geschlachtet. Die Verpackung des Fleisches fand in Bozen statt, wozu das Fleisch per Kühltransport nach Italien gebracht werden musste. Verkauft wird es dann in Österreich.


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