Corona

Minus 13 Cent am Schweinemarkt

Die coronabedingte Sperre bei Tönnies in Deutschland, die Coronafälle in heimischen Schlachthöfen, viel Angebot und geringere Nachfrage bringen den Schweinemarkt unter Druck. Die Folge: Minus 13 Cent.

Mastschweine

Die Mastschweine-Notierung fällt diese Woche auf 1,50 €/kg (Berechnungsbasis: 1,40 €/kg) Schlachtgewicht. (Bildquelle: Kraml)

Die schon drei Wochen andauernde Sperre des Tönnies-Betriebes in Rheda-Wiedenbrück kreiert jetzt nicht nur für deutsche Erzeuger fatale Folgen. Weil mehrere hunderttausend schlachtreife Schweine aus den Ställen geholt werden sollen, geraten die Bauern zunehmend in Panik und weil durch die negativen Schlagzeilen vielen deutschen Verbrauchern der Appetit auf Schweinefleisch vergangen ist, können die aktiven Schlachtbetriebe die Ware nur mittels massiver Preiszugeständnisse absetzen. Zusätzlich verschärft wird das Dilemma durch das von China verhängte Exportverbot von Corona betroffenen Schlachtbetrieben. Weil unter diesen Rahmenbedingungen nun vom Schlachtschwein bis zum Verarbeitungsfleisch um jeden Preis verkauft wird, stürzen europaweit die Preise ab. Auch hier zeigt Deutschland was möglich ist. Laut offizieller Notierung binnen 14 Tagen minus 19 Cent. Im Handel soll auch noch billigere Ware unterwegs sein.

Schlachtaktivitäten annähernd auf Normalniveau

In Österreich ist die Verunsicherung quer durch die gesamte Wertschöpfungskette massiv spürbar. Nachdem zu Beginn der abgelaufenen Woche bei vier oö. Fleischunternehmen nach einem 100 %-Mitarbeiterscreening 17 Personen positiv getestet wurden, gab es zusätzliche Bedenken. Erfreulich, dass die zuständigen Behörden inkl. Politik sachlich und besonnen analysieren und berichten und wegen der geringen Anzahl an positiven Fällen mit schlüssiger Rückverfolgbarkeit der Infektionskette nie Betriebsschließungen ins Auge gefasst wurden. Demzufolge sind die Schlachtaktivitäten annähernd auf Normalniveau geblieben.

Problematischer stellt sich der Fleischmarkt dar, der unmittelbar mit dem Dumpingangebot aus Deutschland und weiteren Ländern wie z. B. Spanien konfrontiert ist. Vor dem Hintergrund eines um 10 % panikartig gestiegenen Angebots und einem mit Vorsicht geprägten Nachfrageverhalten musste an der Ö-Börse den Abnehmern die Forderung von – 13 Cent zugestanden werden. Damit soll es gelingen, dass Überhänge an schlachtreifen Schweinen im überschaubaren Bereich bleiben.

Die Mastschweine-Notierung fällt somit auf 1,50 €/kg (Berechnungsbasis: 1,40 €/kg) Schlachtgewicht.


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