Rieder Messe: 2000 Schweinebauern demonstrieren gegen Verbot des Ferkelschutzkorbes

Mehr als 2.000 Schweinebauern aus ganz Österreich machten gestern bei der internationalen Landwirtschaftsmesse in Ried auf die prekäre Lage in der Diskussion zum Ferkelschutzkorb aufmerksam. Unter den Teilnehmern und Zaungästen wurden T-Shirts mit Sprüchen wie "BM Stöger will Ferkeltod" und "Ich will mein Schnitzel aus Österreich" verteilt, um die Situation auf den Punkt zu bringen.

Rund 2.000 Demonstranten hatten sich im Messezentrum in Ried versammelt. (Bildquelle: )

In der abschließenden Kundgebung wurde Bundespräsident Heinz Fischer eine Ferkelschutz-Petition" sowie eine Protestnote mit über 15.000 Unterschriften übergeben und damit auf die Tragweite einer bevorstehenden Entscheidung hingewiesen. Erst kürzlich hatte Bundesminister Alois Stöger die Verhandlungen mit den Schweinebauern platzen lassen und will nun ein völliges Verbot des Ferkelschutzkorbes durchsetzen. Wie sehr Stöger mit seiner Linie politisch danebenliegt, belegt eine Umfrage der niederösterreichischen Bäuerinnen, die im Mai 2011 durchgeführt wurde. Konsumenten wurden befragt, wie wesentlich es für sie sei, woher das Fleisch für ihr Schnitzel und ihren Schweinebraten kommt: Nur 1,6 Prozent (35 von 2.243 Befragten) war es egal, woher künftig ihr Schweinefleisch kommt. Einmal mehr machten die Schweinebauern auf die absurde Aktion aufmerksam, die droht: Bei einem totalen Verbot des Ferkelschutzkorbes stehen die kleinstrukturierten, österreichischen Schweinezuchtbetriebe - der österreichische Durchschnittszüchter besitzt 50 Tiere, in Dänemark liegt diese Zahl bei 1.200 - vor dem Existenzende. Denn die österreichischen Schweinebauern könnten nicht mit Billigimporten aus dem EU-Ausland konkurrieren - aus Ländern in denen der Ferkelschutzkorb keineswegs verboten ist. Sollte der Ferkelschutzkorb wirklich abgeschafft werden, würden künftig die Österreicher nicht mehr Schweinefleisch von heimischen Bauern essen, sondern Fleisch das aus dem Ausland stammt - wo die Schweine noch viel längere Zeit im Ferkelschutzkorb verbringen müssen, als in Österreich.Erste Videos von der Demo finden Sie auf Youtube.

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