Schweinemarkt: Hohe Fleischsättigung lässt Preise weiter fallen

Ein Fünftel der Schlachtkapazität fehlt in dieser Woche durch den Nationalfeiertag. Dadurch steigt das Angebot am Markt deutlich. Die österreichische Schweinebörse musste vor diesem Hintergrund die Mastschweine-Notierung um 4 Cent senken. Auch die Zuchten-Notierung sinkt diese Woche.

In der aktuellen Vermarktungswoche von 29. Oktober bis 4. November 2015 sinkt die Mastschweine-Notierung um 4 Cent auf 1,36 Euro je kg (Basis: 1,26 Euro je kg). (Foto: Archiv) (Bildquelle: )

In Österreich fehlte in dieser Woche durch den Nationalfeiertag ein Fünftel der Schlachtkapazität. Die Schlachtbetriebe zeigten kein Interesse, diesen Ausfall zu kompensieren. Der fleischkritische WHO-Bericht leistete hier zudem einen verzichtbaren Beitrag. Vor dem Hintergrund anhaltender Überhänge musste die Österreichbörse ihre Notierung um vier Cent zurücknehmen. Das heißt der aktuelle Scheinepreis liegt bei 1,36 Euro je kg (Berechnungsbasis: 1,26 Euro je kg). Auch die Zuchten-Notierung sinkt diese Woche umd 6 Cent auf 1,10 Euro je kg (Berechnungsbasis: 1,00 Euro je kg).

Die Anzeichen auf weiterhin angespannte Verhältnisse überwiegen. Wichtig wäre, dass die Berichterstattung zur WHO-Studie schnell wieder aus den Medien verschwindet, denn die Fleischindustrie braucht im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft Optimismus und nicht Verunsicherung, so Johann Schlederer von der Schweinebörse.

Hoher Sättigungsgrad in der gesamten EU

Das Schweineangebot am Binnenmarkt liegt zurzeit klar über der Bedarfsdeckung.
Deutschland und Spanien, die zwei größten Schweineproduzenten in der EU, ziehen seit Wochen Rekordzahlen über die Schlachtbänder. Aufgrund des bereits hohen Sättigungsgrades am Fleischmarkt sind Preisrückgänge die Folge.
Deutschland notierte diese Woche um vier Cent niedriger (VEZG-Preis: 1,38 Euro je kg), in Frankreich und in Italien ist die offizielle Preisbildung anhaltend lahm gelegt, weil die Vertreter von roter und grüner Seite nicht mehr verhandlungsbereit sind. Daraus resultieren intransparente Verhältnisse und noch schlechtere Preise.

Artikel geschrieben von

Sylvia Haury

Redaktions- und Vertriebsassistentin

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