Schweine

Schwierige Marktlage in Österreich

Ein Rückstau entlang der gesamten Kette sowie darauf folgende rückläufige Notierungen dominieren den europäischen Schweinemarkt. In Österreich sinkt die Notierung abermals deutlich.

Schweine

Das ca. 20 % über dem Bedarf liegende Angebot führt zu verspäteter Abholung und steigenden Schlachtgewichten der Mastschweine. (Bildquelle: Kraml)

Weil der Asien-Export für viele Länder schwieriger bzw. geschlossen wurde und die Gastro-Lockdowns den Außer-Haus-Verzehr gekappt haben, dominiert ein Rückstau entlang der gesamten Kette. Alle suchen nach „alternativen Märkten“, purer Verdrängungswettbewerb ist eröffnet, Preisdumping dominiert EU-weit. War zuletzt Deutschland (-8 Cent) Sorgenkind Nummer 1, so gesellt sich nun auch Dänemark zur Preisdruckwelle, die von Nord nach Süd schwappt. Rückläufige Notierungen sowie intransparente Hauspreismärkte sind die Folge. Profiteure sind zurzeit Supermarktketten, die bei Menge und Handelsspanne gewinnen. Trotzdem sieht die EU-Kommission außer „verstärkter Beobachtung der Entwicklung“ keinen Handlungsbedarf!

Angebot rund 20% zu hoch

Auch in Österreich gestaltet sich seit der Ankündigung des 2. Lockdowns die Marktlage äußerst problematisch. Überhänge aus der Vorwoche und verstärkte neue Schweineanmeldungen führen zu einem Missverhältnis bei Angebot und Nachfrage. Das ca. 20 % über dem Bedarf liegende Angebot führt zu verspäteter Abholung und steigenden Schlachtgewichten. Neben der schwierigen Marktlage beklagt die Fleischbranche auch ärgerliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt. Die zurzeit telefonisch möglichen Krankenstandsmeldungen, d. h. ohne ärztliche Untersuchung, verringern die benötigte „Manpower“ in der Fleischgewinnung zusätzlich.

25 € Verlust pro Schwein

Vor dieser summa summarum kritischen Gemengelage musste an der Ö-Börse der Abnehmerforderung nach deutlicher Preiskorrektur mit minus 9 Cent stattgegeben werden. Es konnte jedoch eine 14-tägige Preisfixierung, unter der Voraussetzung das es zu keiner großen Preisänderung in Deutschland kommt, erreicht werden und das der hohe Preisabstand zu Deutschland weiter bleibt. Der existenzbedrohende Verlust der Schweinemäster steigt damit auf 25 € je Schwein.

Die Mastschweine-Notierung sinkt auf 1,32 €/kg (Berechnungsbasis: 1,22 €/kg) Schlachtgewicht.


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