Clostridium perfringens

Tödliche Clostridien-Infektion bei Schweinen entschlüsselt

An einer durch Clostridien ausgelösten Darmblutung können neugeborene Ferkel qualvoll verenden. Wissenschaftler der Uni Bern haben jetzt herausgefunden, was genau vor sich geht.

Julia Bruggisser

Wissenschaftlerin Julia Bruggisser vom Institut für Tierpathologie der Universität Bern. (Bildquelle: Conrad von Schubert)

Ferkelerzeuger können hohe Bestandsverluste erleiden, wenn sich ihre neugeborenen Ferkel mit dem Bakterium Clostridium perfringens infizieren. Ein Team von Forschern aus drei Fakultäten der Universität Bern hat nun herausgefunden, wie das Bakterium tödliche Darmblutungen mit Durchfall auslöst. Bereits bekannt ist, dass das von den Clostridien gebildete Gift „Beta-Toxin“ Blutgefäßzellen zerstört und so zu Blutungen im Darm der Ferkel führt. Ungeklärt war jedoch bislang, warum genau diese Zellen und nicht andere angegriffen werden. Verantwortlich dafür ist den Berner Wissenschaftlern zufolge das Molekül CD31. Dieses regele das Zusammenspiel zwischen Entzündungszellen und den Blutgefäßen und befinde sich deshalb häufig auf Endothelzellen innerhalb von Blutgefäßen.

Die Biochemikerin am Berner Institut für Tierpathologie, Julia Bruggisser, fand heraus, dass das von den Bakterien im Darm freigesetzte Gift an das CD31 andockt, in der Folge die Zellmembran durchlöchert und die Endothelzellen tötet. Dies führt zur Schädigung der Gefäße und zu den Darmblutungen. Die Entdeckung erlaubt es den Forschern zufolge, bessere Impfstoffe zu entwickeln, um die tödliche Erkrankung beim Schwein zu verhindern. „Wir wollen aber auch untersuchen, ob sich aus der Bindung des Beta-Toxins an das CD31 auf den Endothelzellen neue Therapieformen, zum Beispiel für Gefäßerkrankungen bei Menschen, entwickeln lassen“, erklärte der Leiter des Instituts für Tierpathologie, Prof. Horst Posthaus. Hierfür sei bereits eine weitere Zusammenarbeit innerhalb der Universität Bern gestartet worden.


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