Saatgutbeize verursacht Bienensterben in Südwestdeutschland

Autor: Importuser

Das Bienensterben in Südwestdeutschland wurde durch den Insektizidwirkstoff Clothianidin verursacht. Das haben Untersuchungen des Julius-Kühn-Instituts (JKI) in Braunschweig ergeben, berichtet AIZ.

Wie das Forschungsinstitut am Freitag bekannt gab, wurde die Vergiftung der Bienen durch Abrieb der Saatgutbeize eindeutig nachgewiesen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) setzte die Zulassung des Wirkstoffs Clothianidin für Saatgutbehandlungsmittel für Mais und Raps am 15.05. mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres aus. Davon betroffen sind die Saatgutbehandlungsmittel Antarc, Chinook, Cruiser 350 FS, Cruiser OSR, Elado, Faibel, Mesurol flüssig und Poncho. Damit sind der Handel und die Anwendung dieser Mittel in Deutschland vorerst untersagt. Das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium empfahl, die Aussaat von Poncho-gebeiztem Saatgut einzustellen.Laut Angaben des JKI konnte in allen 30 bisher untersuchten Proben von verendeten Bienen aus Baden-Württemberg eine Kontaktgiftwirkung nachgewiesen werden. In elf chemischen Analysen wurde ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den gefundenen toten Bienen und dem Beizmittel bestätigt. Unklar ist, ob Honig mit dem insektiziden Wirkstoff belastet worden sein kann. Derzeit laufen erste Untersuchungen dazu in Baden-Württemberg.Aus anderen deutschen Bundesländern liegen bisher keine Hinweise auf Schadensfälle an Bienen vor. Es wird angenommen, dass die Beizung des Maissaatguts mit Clothianidin nicht mit der notwendigen Sorgfalt erfolgte. Dies kann einen erhöhten Abrieb des Mittels bei der Aussaat zur Folge haben. Außerdem steht ein bestimmter Konstruktionstyp pneumatischer Sämaschinen im Verdacht, bei der Aussaat von gebeiztem Saatgut eine höhere Exposition von Bienen zu verursachen, als im Zulassungsverfahren angenommen wurde.Zu dem Bienensterben beigetragen hat offenbar auch die Bekämpfung des Westlichen Maiswurzelbohrers. Der Schädling war in Baden-Württemberg und Bayern im vergangenen Jahr erstmals festgestellt worden. Gemäß EU-Recht musste um die Fundstellen eine Befalls- und eine Sicherheitszone eingerichtet werden. Dort wurde die komplette Maisanbaufläche mit Saatgut gedrillt, das mit einer wesentlich höheren als der üblichen Aufwandmenge an Clothianidin gebeizt war.

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Bienen, Clothianidin, Bienensterben, verursacht, Saatgutbeize, Südwestdeutschland, baden, Saatgut, JKI, Abrieb

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