Pflug-Mulch-System: Zwei Fliegen mit einer Klappe Premium

Das Pflug-Mulch-System kombiniert Mulchen und Pflügen geschickt in einem Arbeitsgang. Der Aufwuchs gelangt dabei auf die frisch gepflügte Fläche. Das hat mehrere Vorteile.

Beim Anbau von Zwischenfrüchten oder Kleegras kommt es nicht zuletzt auf eines an: Den Aufwuchs und dessen Nährstoffe optimal für die Fruchtfolge zu nutzen. Dazu muss der Pflanzenaufwuchs zerkleinert, sauber umgebrochen und eingearbeitet werden. Oft genug ist das eine Herausforderung.

Viele Biolandwirte setzen auf die Methode, den Aufwuchs auf einem Feld zu häckseln und zu bergen und auf einem anderen Feld auszubringen. Diesen Ansatz entwickeln Berater und Wissenschaftler nun zum Pflug-Mulch-System weiter.

Im Projekt arbeiten Bioland Ost, der Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik der Technischen Universität Dresden und die Firma Müthing zusammen. Das System kombiniert Mulchen und Pflügen in einem Arbeitsgang und belässt den Aufwuchs auf derselben Fläche – und zwar als Decke auf dem gepflügten Boden.

Meist Pflugfurche notwendig

Im Biolandbau erfordern Kleegras-umbruch, Unkrautkontrolle und ein „reiner Tisch“ für den Striegel meist eine Pflugfurche. Feldversuche bestätigen die förderliche Arbeit des Pfluges hinsichtlich hoher Erträge im Bio-Anbau im Vergleich zu dauerhaften Mulchsaaten. Deshalb gibt es nur wenig reine Mulchsaat auf Bio-Betrieben. Vielmehr hat sich der Pflug für die Grundbodenbearbeitung bewährt. Doch Bio-Landwirte bewerten die Nachteile der vollständig gewendeten Bodenoberfläche kritisch. Als negative Auswirkungen stellen sie zum Beispiel fest:

  • Erosion durch Wasser und Wind,
  • Verschlämmung und Verkrustung,
  • Abbau von organischer Substanz und Humus,
  • Störung des Bodenlebens.

In jedem Fall muss der Boden schnell wieder bedeckt werden, um die Nachteile des Pflügens auszugleichen. Dabei geht es darum, den Aufprall von Regen zu dämpfen, die Oberfläche zu strukturieren und zu beschatten, die Boden-aggregate zu beschweren und den Bodenlebewesen Nahrung zu bieten.

Bioland-Berater und Landwirt Manfred Weller hatte dazu die Idee, die Pflugfurche mit Mulch zu bedecken und dabei weite Transportwege von einem Feld zum anderen zu sparen. Dazu pflügte und mulchte er streifenweise im Wechsel...

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