Landwirtschaft im Dialog

Christoph Grimme: "Infrastruktur und Netzabdeckung müssen besser werden"

Im Vorfeld der Veranstaltung "Digitalisierte Landwirtschaft – Was ist möglich?", die top agrar am 16. März per Livestream durchführt, sprachen wir im Interview mit Christoph Grimme.

Christoph-Grimme

Christoph Grimme, Geschäftsführer der GRIMME Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG (Bildquelle: Pressebild)

Digitale Landwirtschaft überzeugt nur, wenn sie anwenderfreundliche, praxisnahe und nutzenorientierte Lösungen bietet. Und sie funktioniert nur, wenn flächendeckend schnelles Internet verfügbar ist. Wie weit sind wir auf diesem Weg? Wie intensiv werden die digitalen Potenziale schon heute genutzt? Was muss passieren, damit möglichst viele Landwirte die Vorteile der Digitalisierung heben können? Welche Zukunftstrends sind in Sicht, was hat die Industrie in der Pipeline? Und wie steht es um den Datenschutz? Darüber wollen wir am 16. März mit Politikern, Wissenschaftlern, Wirtschaftsvertretern und dem landwirtschaftlichen Berufsstand bei "Landwirtschaft im Dialog" diskutieren.

top agrar sprach vorab im Interview mit Christoph Grimme, Geschäftsführer der GRIMME Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG.

Verfolgen Sie die Veranstaltung am 16. März ab 19 Uhr live und kostenlos auf unserem YouTube-Kanal unter www.youtube.com/topagrar.

Herr Grimme, in welchen Bereichen Ihrer Maschinen setzen Sie schon heute auf digitale Lösungen?

Grimme: In nahezu allen Maschinen in der Lege-, Sä-, Ernte- und Lagertechnik haben wir moderne digitale Lösungen implementiert. Von Telemetrieboxen, die mit dem Kundenportal myGRIMME kommunizieren, über das digitale Videosystem SmartView bis hin zu vollautomatischen Steuerungen für z. B. Siebbänder und Trenngeräte bieten wir ein umfangreiches Spektrum an digitalen Lösungen. Zudem forschen wir sehr intensiv im Rahmen des Projektes Harvey.One an autonomer Erntetechnik.

An welchen Digital-Entwicklungen arbeitet Grimme derzeit? Auf der Agritechnica war z.B. eine Studie eines Ernteroboters ausgestellt.

Grimme: Wir sind dabei für unsere Anwender eine digitale Kundenreise von der praxisgerechten Bedarfsklärung für Neumaschinen, über Ersatzteil- und Servicebedarf bis hin zur Vermarktung der Gebrauchtmaschine als Alternative zum analogen Kanal zu entwickeln.

Die Automatisierung der Prozesse in den Maschinen zur Entlastung des Bedieners und zur Optimierung der Arbeitsqualität sind große Themenfelder für uns. Dazu kommen die Fernwartung und Fernsteuerung durch digitale Kamerasystem.

Auch der autonome Kartoffelroder Harvey.One wird weiterentwickelt und hilft uns die umfangreichen Erkenntnisse auf andere Projekte zu transferieren. Ziel ist es, unseren Kunden zu helfen, die gerade bei Sonderkulturen nicht mehr im ausreichenden Maße auf Erntehelfer zurückgreifen können.

Wo hakt es aus Ihrer Sicht aktuell bei der Digitalisierung in der Landwirtschaft? Was sind mögliche Gründe dafür?

Grimme: Eindeutig die Infrastruktur und die Netzabdeckung. Technisch können wir bereits sehr viel umsetzen, aber wir sind abhängig von schnellen Datenübertragungsmöglichkeiten.

Die Vertriebsunterstützung sowohl intern als auch bei unseren Handelspartnern muss weiter synchronisiert werden, um unsere Kunden optimal und schneller zu beraten sowie jederzeit die richtige Lösung anzubieten. Dabei helfen uns digitale Lösungen sehr. Verkauf per „Katalog“ ist bei der komplexen Technik nicht mehr zeitgemäß und bedarfsgerecht.

Viele Entwicklungen basieren auf technische Möglichkeiten, passen aber nicht immer zu den realen Bedürfnissen des Anwenders. Hier müssen wir besser werden und die Kunden mehr einbinden.

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier:

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Digitalisierte Landwirtschaft – Was ist möglich? Darüber diskutierte top agrar am Dienstagabend im Rahmen des Formats „Landwirtschaft im Dialog“. Das Video können Sie hier ansehen.


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