Drohnen über Roding

Wie sich Drohnen in der Forstwirtschaft auf Arbeitskosten, Produktivität, Flexibilität, Sicherheit und die Umwelt auswirken, zeigt eine Sonderschau auf der 17. KWF-Tagung in Roding (Landkreis Cham in der Oberpfalz). Vom 9. bis 12. Juni präsentieren die Aussteller Projekte mit Fluggeräten und Dienstleistungen aus den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen. Im Freigelände davor sind die Drohnen in einer Flugschau in Aktion zu sehen.

Drohne im forstlichen Einsatz. Foto: Mühlhausen, landpixel.de (Bildquelle: )

Erste Einsätze ziviler UAV-Systeme (Drohnen) in Land- und Forstwirtschaft sowie im Umwelt- und Naturschutz deuten auf ein erhebliches Potenzial hin. „Mit diesen Fluggeräten können schon jetzt kostengünstig, zeitnah und mit zum Teil bisher nicht erreichter fachlicher Exaktheit dreidimensionale Flächeninformationen erhoben werden“, so Dr. Hans Ulrich Dietz, Leiter des Fachressorts „Holzlogistik & Datenmanagement“ beim Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF). Besonders beim kleinräumigen und operativen Erkunden von flächenbezogenen Informationen in der Landschaft würden die kleinen Geräte satellitenbasierte Systeme übertrumpfen.

Inventuren per Drohne schon praxistauglich

Das Unterstützen von Kleinflächeninventuren für die Forsteinrichtung ist daher schon jetzt praxistauglich. Aber auch die Aufnahme von Kalamitäts- und Schadflächen sowie die fotografische Dokumentation für den Waldbesitzer und deren anschließende Auswertung - z.B. durch eine Versicherung – sind für den Praxiseinsatz geeignet.

Ebenso ist es möglich Wärmebildaufnahmen für das Wildtier-Monitoring in Landwirtschaft und Forst anzufertigen. In der Holzernte lassen sich mit 3D-Kameras Holzpolter im Vorbeiflug erfassen und vermessen oder Seilkrantrassen planen und festlegen. Aber auch der Wegepflegezustand und das Lichtraumprofil von Waldwegen lassen sich mit Drohen aufnehmen. Diese und weitere Anwendungen werden in der Sonderschau auf der KWF-Tagung vorgestellt und praktisch demonstriert. Da in verschiedenen Forschungsvorhaben derzeit an weiteren Einsatzmöglichkeiten geforscht wird, bietet die Sonderschau auch einen Ausblick und Perspektiven.

Gesetzliche Vorgaben einzuhalten

Der Einsatz von Drohen wird in Deutschland durch die sogenannte „Allgemeine Aufstiegserlaubnis“ reguliert. Daraus leiten sich technische und gesetzliche Vorgaben für den Flugeinsatz ab. Auch diese werden im Rahmen der Sonderschau thematisiert. So wird beispielsweise das Gewicht der derzeit in der Forstwirtschaft zumeist eingesetzten rotorgetriebenen Fluggeräte (Quadro-, Hexa-, Oktokopter) auf insgesamt 5kg Fluggewicht begrenzt.

Sie dürfen ausschließlich mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet sein, maximal 100 m hoch aufsteigen sowie nur über Sichtflug und eine halbautonome GPS-basierte Steuerung bedient werden, damit der Steuerer jederzeit eingreifen kann.

Die Sonderschau „Drohnen in der Forstwirtschaft“ bietet einen kompletten Überblick über die auf dem Markt befindlichen und forstlich relevanten Geräte und Dienstleistungen. Sie befindet sich auf dem Ausstellungsgelände der KWF-Expo im Bereich der Ausstellerzelte. Die Flugschauen finden ganztägig und an allen vier Messetagen statt.


Mehr zur Tagung finden Sie hier.

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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