Für Lohnunternehmer

John Deere präsentiert 7R 350 GEN2

John Deere hat die Serie 7R weiterentwickelt und am Donnerstag über die Neuheiten informiert. Dabei verkündete das Mannheimer Unternehmen auch einen Wandel beim Geschäftsmodell.

Heiner Ehmer

Heiner Ehmer, Manager John Deere Forum, stellte den neuen 7R 350 vor. (Bildquelle: Livestream)

Acht Monate nach der Vorstellung der neuen Traktorengeneration der Serie 7R auf der Agritechnica 2019 hat John Deere eine weitere Aktualisierung der Baureihe angekündigt.

Mit einer Leistung von bis zu 388 PS mit Intelligent Power Management (IPM) und einem minimalen Transportgewicht von nur 11,4 t verfügt dieses neueste Modell über ein Leistungsgewicht von 29 kg/PS.

Technische Daten

Technische Daten (Bildquelle: John Deere)

Mit dem serienmäßigen stufenlosen AutoPowr-Getriebe vervollständigt der 7R 350 die Serie 7R und kann ab sofort über das europäische Vertriebspartnernetz von John Deere bestellt werden.

Gleichzeitig wurde bei allen Traktoren der Serie 7R, die mit einem 40-km/h-Getriebe und Vorderachsbremsen ausgestattet sind, die Fahrzeug-Nutzlast um zwei Tonnen erhöht, um das maximal zulässige Gewicht von 18 t zu erreichen. Durch die Verfügbarkeit von Vorderreifen IF650/60R34 und Hinterreifen bis zu einer Größe von IF900/60R42 ist außerdem mehr Bodenfreiheit gegeben.

Die neuen Kabine verfügt über den CommandPRO-Fahrhebel, einen hochwertigen Sitz mit Massagefunktion, ein DAB+-Touchscreen-Radio mit Apple CarPlay-Kompatibilität und ein 6.1-Lautsprechersystem, verbesserten Funktionen der Technologie für Präzisionslandwirtschaft etc..

John Deere 7R

John Deere 7R 350 (Bildquelle: Pressebild)

Präzise Lenkung

Verbessert hat der Hersteller das ActiveCommand Steering 2. Dabei handelt es sich um ein elektronisches System, das mithilfe eines Gyroskops das Gieren des Traktors erfasst und automatisch die Drift kompensiert, um in der Spur zu bleiben. Die Fahrer können nun verschiedene individuelle Einstellungen im Display des CommandCenter vornehmen.

Sie können die variable Lenkübersetzung ein- und ausschalten, die Lenkempfindlichkeit einstellen und den Lenkradwiderstand auf ihre Anforderungen abstimmen. Die bekannte automatische Reduzierung der Lenkumdrehungen von Anschlag zu Anschlag auf 3,1 ist weiterhin verfügbar, um schnelle und bequeme Vorgewendemanöver zu ermöglichen.

Digitalisierung ausgebaut

John Deere hat auch sein digitales Angebot erweitert. Ergänzend zur etablierten drahtlosen Datenübertragung zwischen dem CommandCenter-Display des Traktors und dem computergestützten Operations Center kann die neueste MyOperations App nun auch als digitales Felddatenprotokoll dienen. Mit der App können Fahrer jede Aufgabe dokumentieren. Die Daten werden sicher in ihrem persönlichen Operations Center-Konto gespeichert.

Von besonderem Interesse für Lohnunternehmer ist die neue, erweiterte Funktionalität des MyJohnDeere.com Operations Center, die es nun ermöglicht, ISOXML-Grenz- und Dokumentationsdaten von anderen Displays und Portalen zu importieren. Dies ermöglicht den nahtlosen Datentransfer und die Zusammenarbeit innerhalb gemischter Flotten und mit verschiedenen Kunden.

Die Werksgarantie wurde auf zwei Jahre oder 2.000 Stunden verdoppelt, genau wie bei den John Deere Traktoren der Serien 8R und 9R. Darüber hinaus sind die optionalen PowerGard Protection/Plus-Garantieverlängerungen jetzt noch kostengünstiger, mit Laufzeiten von bis zu acht Jahren oder 8.000 Stunden.

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Smart Industrial Company

John Deere verkündet neues Geschäftsmodell

Markwart von Pentz, Präsident der John Deere Landmaschinensparte, hat am Donnerstag verkündet, dass John Deere sein Geschäftsmodell durch alle Hierarchien hinweg umbaut. Bei der Unternehmensführung sei dies schon umgesetzt.

Markwart von Pentz und Ralf Lenge

Markwart von Pentz und Ralf Lenge stellten das neue Konzept vor (Bildquelle: Livestream)

Konkret geht es um drei Bereiche:

  1. Produktionssysteme
  2. Technologien
  3. Lebenszyklen

John Deere will sich zu einer Smart Industrial Company entwickeln, schilderte von Pentz. So gehe es zukünftig nicht mehr nur um einzelne Maschine, sondern es stehe das Produktionssystem im Vordergrund. Betrachtet werder der Zyklus von der Ernte bis zur nächsten Ernte mit allen ökonomischen und ökologischen Auswirkungen. „Wir werden Lösungen anbieten, die nicht nur die Maschinenkosten optimieren, sondern Einsparmöglichkeiten aufzeigen, die in der gesamten Produktionskette existieren. Dabei konzentrieren wir uns auf Mais & Soja, Getreide, Baumwolle & Zucker, Milchproduktion & Tierhaltung sowie Spezialkulturen“, erklärte von Pentz weiter.

Der Kunde bekomme zukünftig für seinen Betrieb keine „Stand Alone Lösung“ mehr, sondern alles aus einer Hand. Dabei soll es auch eine stärkere Kooperation mit externen Unternehmen aus dem Bereich Pflanzenschutz, Düngung, Beratung, Softwarelösungen etc. geben. Über 160 Firmen hätten sich bereits an das Operation Center angedockt.

„Für den Kunden ergibt sich ein riesiges Einsparpotential. Denn allein über die Reduzierung von Maschinenkosten – die 10 bis 20 % der Produktionskosten ausmachen – kann der Landwirt seine Margen nur unwesentlich steigern. Viel größer ist das Potential bei den übrigen 80 bis 90 %, z.B. bei Düngung und Pflanzenschutz. Hier wollen wir den Kunden zu mehr Profitabilität verhelfen“, berichtete der Präsident.

Viele Landwirte würden ja bereits in Produktionssystemen denken und auf dem Markt gebe es schon Lösungen für Produktionssysteme. Da passe sich John Deere jetzt an.

Technologie Lösungen

Markwart von Pentz

Markwart von Pentz: "Landwirte denken bereits in Produktionssystemen, das machen wir jetzt auch" (Bildquelle: Livestream)

Die zweite Säule der neuen Unternehmensstruktur ist die Technologie mit den Bereichen Automation, Autonomie, Elektrifizierung und Künstliche Intelligenz, in die investiert werde.

Laut von Pentz will John Deere „smarte“ Maschinen, Systeme und Lösungen entwickeln. „Dabei fokussieren wir uns auf innovative Hardware, integrierte Softwarelösungen, Konnektivität, Datenplattformen und verschiedenste Anwendungen.“

Lifecycle Lösungen

Wie von Pentz auch eingestand, habe das Unternehmen bisher zu sehr auf den Verkauf von Neumaschinen geschaut, auf die Übergabe und Betreuung während der ersten drei Jahre. Künftig wolle man dem Kunden auch Service für die Zeit danach bieten, für eine Aufrüstung, gute Ersatzteilversorgung und Gebrauchtmaschinen. „Mit unseren FarmSight Lösungen „Dieselgarantie“, „Wartungsverträgen“ usw. haben wir hier in den letzten Jahren schon viel erreicht. Zukünftig werden wir aber zusammen mit unseren Vertriebspartnern Komplettlösungen anbieten, die unseren Kunden noch mehr Planungssicherheit und einen besseren Überblick über die Produktionskosten liefern“, so der Manager.


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