Innovation Landtechnik

Mehr Bewusstsein der Konsumenten nötig

Die Landtechnik kann sowohl die Landwirtschaft als auch den Kampf gegen den Klimawandel wesentlich unterstützen. Die Konsumenten wissen aber oft kaum etwas darüber, obwohl das Interesse an den Produktionsbedingungen groß ist.

"Wenn wir wollen, dass der Strukturwandel in der Landwirtschaft nicht weiter so voranschreitet, dann müssen alle an der Wertschöpfungskette Beteiligten zusammenarbeiten. Diese Kommunikation untereinander - von der Landtechnik über den Handel bis hin zu den Konsumenten - ist heute wichtiger denn je", zeigte sich Hannes Royer, Obmann der Initiative "Land schafft Leben" überzeugt.

Innovationen für mehr Tierwohl

"Moderne Landtechnik, wie sie in der Präzisionslandwirtschaft etwa im Bereich Pflanzenschutz angewendet wird, bringt einerseits den Bäuerinnen und Bauern Effizienz bei der täglichen Arbeit, andererseits kann sie unter anderem auch zu mehr Tierwohl führen. Mit speziellen Sensoren ist es beispielsweise möglich, dass Landwirte Wildtiere beim Mähen erkennen. So bleibt das Futter für die Kühe sauber und junge Rehe werden geschützt", erläuterte Mag. Gregor Dietachmayr, Sprecher der Geschäftsführung von Pöttinger Landtechnik.

Auch für den Landmaschinenhersteller Lely sind technische Lösungen ein wichtiger Faktor, um den Wünschen der Konsumenten besser nachkommen zu können. "Das Thema Tierwohl hat für die österreichischen Verbraucher hohe Priorität. Mit der Automatisierung von schweren oder wiederkehrenden Arbeiten, beispielsweise durch Melk- oder Entmistungsroboter, entsteht für die Bäuerinnen und Bauern mehr Zeit, die sie nutzen können, um sich um das Wohl der Tiere zu kümmern", sagte Andreas Feichtlbauer MBA, Geschäftsführer von Lely Österreich.

Forschung entlang der Wertschöpfungskette

Die Forschung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist ein wichtiger Faktor, um erfolgreich Landtechnik und am Ende auch Lebensmittel herstellen zu können. DI Alfred Pöllinger-Zierler von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein begleitet dazu das Projekt Innovation Farm. "Wir wollen untersuchen, wie eine effiziente und nachhaltige Bewirtschaftung eines modernen österreichischen Landwirtschaftsbetriebes aussehen kann. Eine wesentliche Aufgabe besteht darin, Verbesserungen in der Lebensqualität für die bäuerlichen Familien mithilfe der neuen Technologien erkennbar und begreifbar zu machen", so der Wissenschafter.

Für den Professor für Agrarwissenschaften an der Boku, Dr. Siegrfied Pöchtrager, sind Innovationen, welche die Landwirtschaft effizienter machen, zwar wichtig, doch brauche es nebst der Bildung auch Zusammenhalt und vor allem Kommunikation: "Der Landwirtschaftssektor verfügt über ein enormes Wissen, das es auch zu nutzen und vor allem zu kommunizieren gilt. Wieso arbeiten die Bäuerinnen und Bauern mit diesem oder jenem Gerät? Wie können technologische Entwicklungen ihre Arbeit am Hof verbessern? Sie selbst wissen meist genau Bescheid, aber es ist auch für die Gesellschaft relevant, um die Prozesse hinter der Lebensmittelproduktion zu verstehen", betonte Pöchtrager.