"Darum brauchen wir eine Mutterkuhprämie"

Autor: Torsten Altmann

mukus

Einige aus ihrer Sicht gute Gründe für den Erhalt der Mutterkuhbetriebe haben Karl Keplinger, selbst Mutterkuhhalter und Präsident des Unabhängigen Bauernverbandes und Mag. Peter Hehenberger, ebenfalls Rinderhalter, in einer Aussendung zusammengestellt.

Derzeit werden 248.000 Mutterkühe in rund 22.300 Betrieben betreut. Diese teilen sich auf in 14.200 Mutterkuhbetriebe ohne Milchquote und ohne Stiermast und in 8100 Mutterkuhbetriebe mit Stiermast. Beinahe die Hälfte dieser Betriebe werden biologisch bewirtschaftet.

Almfläche fast halbiert

Von den rund 1,4 Mio. ha Grünland wird ein Großteil, nämlich 870.680 ha, extensiv genutzt. Als extensives Grünland  gelten Almen, Bergmähder, Hutweiden, ein-und zweimähdige Wiesen und nicht mehr genutztes Grünland. Die Almfläche beträgt 468.051 ha. Sie hat sich in den letzten 12 Jahren fast halbiert.

keplinger
UBV-Präsident erläutert, warum aus seiner Sicht die Mutterkuhprämie beibehalten werden sollte.
Ein Großteil der Mutterkühe wird auf extensiven Grünlandflächen gehalten. Viele der Tiere werden von Frühjahr bis Herbst auf Almen von 7.000 Hirten betreut. Mutterkuhhaltung trägt entsprechend zur Freihaltung solcher Flächen bei.

Weiters trägt dieser Betriebszweig dazu bei, den Lebensraum für die Vögel und wildlebenden Tiere zu schützen. Bei der Mutterkuhhaltung wird der erste Schnitt wesentlich später geerntet oder beweidet. Die Jungen der Bodenbrüter haben mehr Chancen zu überleben. Auch wild lebende Tiere, die den Schutz von Grasbeständen suchen, werden nicht schon nach dem Aussetzen Opfer der Mechanisierung der Landwirtschaft. 

Verlust von 30000 Arbeitsplätze stehen am Spiel

In Bayern haben nach dem Wegfall der Mutterkuhprämie gleich die Hälfte der Mutterkuh-Betriebe die Stalltür für immer geschlossen. Dies würde für die Republik Österreich den Verlust von mindestens 30.000 Arbeitsplätzen bedeuten.

Finanzierung der Mutterkuhprämie ohne zusätzliche Finanzmittel

In der 1.Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) stehen Österreich rund 700 Millionen Euro zur Verfügung. Für die Beibehaltung der Mutterkuhprämie werden 57 Mio € benötigt, 230 € für 248.000 Mutterkühe. Dieses Prämienvolumen liegt innerhalb des nationalen Spielraumes von 10 % für gekoppelte Maßnahmen.

Diagramm
Quelle: Mag. Peter Hehenberger
Die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft, Dr. L. Kirner, geht von einer einheitlichen Betriebsprämie pro ha von 293,4 € aus, für extensive Flächen sind es 96,8 € pro ha. Wird die Mutterkuhprämie aus der 1.Säule finanziert, verbleiben pro ha 272,8 € EBP bzw. 90,0 € EBP für extensives Grünland. Der Unabhängige Bauernverband möchte den extensiven Betrieb, im Diagramm mit 20 Mutterkühen dargestellt, besser fördern.

Schlagworte

Mutterkuhprämie, Mutterkuhbetriebe, Stiermast, Mutterkühe, Mag, Hehenberger, 248.000, betreut, halbiert, Almfläche

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