EU: Im Juni Trendwende bei Erzeugermilchpreisen eingeleitet

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Im Mittel zahlten marktführende Molkereien 32,71 Ct. netto/kg.
Quelle: Archiv

Die Erzeugermilchpreise konnten im Juni 2018 in der EU erstmals seit November 2017 wieder zulegen. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Mittel 32,71 Cent netto/kg Rohmilch, das entspricht gegenüber dem Vormonat Mai einem Plus von 0,6 Ct.

Im Vergleich mit dem Vorjahresniveau waren die Preise um 1,43 Ct .oder 4,2% niedriger. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Landwirteverbandes LTO hervor. Zum Vergleich: In Österreich gaben die Erzeugerpreise im Juni noch leicht nach (um 0,23 Cent), im Schnitt wurden für GVO-freie Qualitätsmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß netto 35,35 Cent/kg erlöst.

Im Juli 2018 könnte es laut jüngsten Schätzungen der Agrarmarkt Austria zu  einem leichten Anstieg der heimischen Preise kommen. Im Juni 2018 erhöhten die meisten im LTO-Vergleich enthaltenen Molkereien ihre Erzeugerpreise, die übrigen Verarbeiter ließen sie unverändert.

Am stärksten stiegen die Erlöse beim belgischen Verarbeiter Milcobel (+2,3 Cent). Für die Sommermonate haben mehrere Molkereien weitere Preiserhöhungen angekündigt. Das britische Unternehmen Dairy Crest will von Juli bis September eine Anhebung um insgesamt 3,3 Cent vornehmen. Arla in Dänemark wird im Juli und August die Erzeugerpreise in Summe um 2,8 Ct. erhöhen, der niederländische Verarbeiter FrieslandCampina zahlte im Juli um 1,5 Cent mehr.

Der deutsche Marktführer DMK hob die Auszahlung ebenfalls im Juli an, und zwar um 1 Ct. je kg. Die französischen Molkereien Savencia (+2,4 Ct. im Juli) und Lactalis (+2,3 Ct. im Zeitraum Juli bis September) haben auch steigende Erzeugerpreise gemeldet.

Neue Kalkulationsbasis

Der LTO-Durchschnittswert wird monatlich in Kooperation mit EDF (European Dairy Farmers) auf Basis der Auszahlungsleistungen von 17 großen Milchverarbeitern in Nord- wie auch Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß errechnet. Bisher beruhte der Durchschnittspreis auf einer jährlichen Anlieferung von 500.000 kg, mit dem Monat Juni 2018 wurde diese Kalkulationsbasis auf 1 Mio. kg umgestellt, weil die Milchanlieferung pro Betrieb in der EU in den vergangenen Jahren im Zuge des Strukturwandels deutlich zugenommen hat.

Damit erhöht sich auch der LTO-Durchschnittswert - zum Beispiel wäre er im Juni auf Basis der alten Anlieferungsmenge von 500.000 kg um 0,20 Cent niedriger gewesen. Zur besseren Vergleichbarkeit will die LTO in den kommenden Monaten den Preisvergleich zusätzlich auch auf der "alten" Berechnungsbasis vornehmen.

Schlagworte

Juni, Juli, LTO, Vergleich, 4, 2, Erzeugerpreise, jüngsten, Verarbeiter, 500.000

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