Erste steirische Schweinefleisch-Verkostung mit einigen Überraschungen

Schweinefleisch-Contest
Den Gästen schmeckt das Schweinefleisch sichtlich: Gerald Holler, Kammerobmann BK Leibnitz, Josef Kowald jun., Landeskammerrat, Franz Titschenbacher, LK-Präsident Steiermark, Josef Kowald sen., Obmann steirischer Tiergesundheitsdienst, Franz Tonner, Steirischer Bauernbund und Raimund Tschiggerl, Geschäftsführer Styriabrid (v.l.n.r.). Fotos: Kraml

Würden Sie heimisches Qualitätsschweinefleisch von ausländischer Billigware herausschmecken? Bei der ersten steirischen Schweinesteak-Verkostung konnten sich die Besucher daran versuchen. Wie schnitten z.B. Vulkanlandschwein, Steirerglück und Woazschwein ab? Und wo landeten die ausländischen Produkte? Die Ergebnisse brachten ein paar Überraschungen.

„Die Luft ist lau, die Griller sind heiß!" Mit diesen Worten begrüßte Georg Nickl, Fleischsommelier und Schweinebauer die Gäste zur ersten steirischen Schweinefleisch-Verkostung, die am 31. Mai im Schloss der FS Neudorf stattfand. Zusammen mit Fleischexperte und Woazschwein-Produzent Helmut Rumpf und dessen Grillteam sorgten er dafür, dass neun verschiedenen Schweine-Steaks perfekt gebraten verkostet werden konnten. Unter den 75 Gästen waren von LK-Präsident Franz Titschenbacher bis hin zu Haubenköchen die unterschiedlichsten Vertreter der Landwirtschaft dabei.

Von den neun Schweinesteaks kamen fünf aus der Steiermark und vier aus dem Ausland. Die steirischen Fleischsorten stammten aus Qualitätsprogrammen. Die Zubereitung war bei allen Fleischstücken gleich: Selber Schlachttag, selbe Nachreifungezeit, Vakuumverpackung, etc. Am Tag der Verkostung wurden sie frühzeitig aus der Kühlung genommen, mit ewas Öl bestrichen und gesalzen. Helmut Rumpf erklärte, dass die Stücke mit der gleichen Kerntemperatur serviert werden. Ob die Verkoster dann die Qualitästprodukte herausschmecken konnten, zeigte anschließend die Ergebnis-Auswertung. „Diese stellt eine Momentaufnahme dar, daher sollte der Gesamteindruck nicht verallgemeinert werden", erklärte vom Organisationsteam Rudolf Stückler, Produktmanager Fleisch und Fleischwaren der AMA, gleich am Beginn der Veranstaltung. Beurteilt wurden Aroma und Geschmack, Zartheit, Saftigkeit und der spontane Gesamteindruck.

Ungarisches Schwein
Ungarisches Schwein von Coop Budapest

Das Ungarische Schwein (Large White x Landrasse) von der Coop Budapest kam bei den Testessern nicht so gut an. Mit der Gesamtnote 3 liegt es an der vorletzten Stelle. Weder das Aussehen im rohen Zustand, noch Geschmack oder Zartheit des Fleisches überzeugten.

Verkaufspreis: 5,95 Euro/kg

Steirerglück von Steirerfleisch
Steirerglück von Steirerfleisch

Das Fleisch des Qualitästprogrammes Steirerglück (Edelschweine x Pietrain) von Steirerfleisch schmeckte vielen Gästen gut. Es erhielt die Gesamtnote 1,9. Aroma und Geschmack, Zartheit und Saftigkeit erhielten im Schnitt je 1,8 Punkte. Steirerglück ist eine steirische Regionalmarke mit dem AMA-Gütesiegel, an dem 328 Bauern teilnehmen.

Verkaufspreis: 6,71 (10,50) Euro/kg

Vulkanlandschwein
Vulkanlandschwein vom Fleischhof Raabtal

Das Vulkanlandschwein ( Edelschwein x Pietrain) war ählich beliebt wie Steirerglück. Mit durchschnittlich 1,9 bewerteten die Tester den spontanen Gesamteindruck als gut. Aroma und Geschmack, Zartheit und Saftigkeit erhielten im Schnitt je 1,9 Punkte. Die Produktion von Vulkanlandschweinen entspricht den AMA-Gütesiegelrichtlinen. Insgesamt produzieren 200 Landwirte Vulkanlandschweine für Spar, die Gastronomie und regionale Fleischer.

Verkaufspreis: 6,6 (10,99) Euro/kg

Woazschwein
Woazschwein aus der Genussregion

Das Fleisch vom Woazschwein (Edelschwein x Pietrain) wurde von den Testern nicht so gut bewertet, wie zB. Steirerglück oder Vulkanlandschwein. Im Schnitt gab es nur eine Gesamtnote von 2,8. Das war eine Überraschung, zeichnen sich Woazschweine doch durch die besondere Fütterung (gentechnikfrei und fettzahloptimiert) aus.

Spanisches Iberico
Iberico-Schwein, Handl Gourmet

Bei der Verkostung am 31. Mai konnte sich das Iberico als Sieger durchsetzen. Das Fleisch des Iberischen Schweines - ein Schwarzfußschwein, dass in Südspanien oft halbwild in Korkeichen und Steineichenhainen gehalten wird und mittels Eichelmast produziert wird - wurde mit einer Note von 1,7 als bestes Fleisch des Abends gewählt. Obwohl das rohe Fleisch eher schlecht bewertet wurde (2,4) waren die geschmacklichen Kriterien mit 1,5 (Saftigkeit), 1,6 (Zartheit) und 1,7 (Aroma) die besten.

Verkaufspreis: 27,50 Euro/kg

Slowenisches Schwein
Slowenisches Schwein von Lieferanten Mercato

Das slowenische Schwein (Large White x Pietrain) war die zweite Überraschung des Tages. Es schnitt mit einer Gesamtnote von 2,3 relativ gut ab und liegt damit besser als das Woazschwein und das ungarische Schwein. Die Produktion erfolgt in Slowenien in größeren Kombinationen oder in sehr kleinen Bauernhöfen. Insgesamt werden in Slowenien 150.000 Schweine jährlich geschlachtet. Das entspricht ca. 25% der Eigenversorgung unseres Nachbarlandes.

Verkaufspreis: 8,43 Euro/kg

Gaumennostalgie
Gaumennostalgie von Landwirt Michael Frieß

Weitere Gewinner des Abends waren Michael Frieß und Katharina Matzer aus Nikolai ob Draßling. Mit ihrem Produkt Gaumennostalgie (Schwäbisch Hällisch x Duroc) begeisterten sie die Verkoster. Es gab die Noten 1,7 für den Geschmack, 1,9 für die Zartheit und 1,7 für die Saftigkeit. Der Gesamteindruck wurde im Schnitt mit 1,8 beurteilt. Das Schwäbisch Hällische Landschwein zeichnet sich durch seine hohe Fleischqualität aus. Dazu kommt die gute Fleischbeschaffenheit der Rasse Duroc.

Verkauspreis: 18 Euro/kg

Deutsches Schwein
Deutsches Schwein, Metro/Vion Landshut

Schon die Farbe des rohen Fleisches hat schon erahnen lassen, dass dieses Fleisch kein Qualitätsprodukt ist. Das deutsche Schweinefleisch im Test war zäh und schmeckte den meisten Verkostern nicht. Mit einer Gesamtnote von 3,4 war dies das Fleisch, das am schlechtesten bewertet wurde. Es muss aber dazugesagt werden, dass das deutsche Fleisch als einziges tiefgekühlt wurde.

Verkaufspreis: 3,62 Euro/kg

Edelduroc
Edelduroc von Jaga's Steirerei

Mit einer Gesamtnote von 2,2 kam das Edelduroc-Fleisch (Edelschwein x Duroc) vom Betrieb Neuhold (Jaga) bei den Verkostern nicht ganz so gut an. Die Bewertungen für Geschmack, Saftigkeit und Zartheit waren ähnlich dem Slowenischen Schwein. Vermarktet wird das Fleisch ausschließlich durch Jaga's Steirerei.

Verkaufspreis: 12,90 Euro/kg

Schlagworte

Verkostung, steirische, Überraschungen, neun, ausländischen, Grillteam, Woazschwein, Steirerglück, Titschenbacher, Vulkanlandschwein

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