Gmundner Milch: Neues Modell, um Milchmenge zu reduzieren

Gmundner Milch

Mit 1. März setzt die Gmundner Milch ein „Liefermengen-Stabilisierungs-Modell“ um. Ziel: Die Lieferanten sollen ihre Milchmengen reduzieren. Die Funktionäre und Geschäftsführung sehen darin die Chance, die Abwärtsspirale beim Milchpreis zu beenden – erst mit Anfang Februar hat das Unternehmen den Milchpreis aufgrund der miserablen Marktlage um 2 Ct netto abgesenkt.

Derzeit wird das neue Modell in Sprengelversammlungen mit den Lieferanten diskutiert. Am 24. Februar soll es fixiert werden und dann ab März für zunächst drei Monate gelten. Wie top agrar Österreich aus Bauernkreisen berichtet wird, dürfte das Modell voraussichtlich wie folgt ausschauen: Als Basis für das Modell soll entweder die 2015 gelieferte Milchmenge bzw. die zum 31. März 2015 vorhandene Quote herangezogen werden. Letzterer Wert ist wichtig für Betriebe, die ihre Quote im Milchwirtschaftsjahr 2014/15 nicht erfüllt hatten.

90 % Basis, Rest am Spotmarkt vermarktet

Für 90 % dieser Basismenge wird der derzeitige Preis von 28 Cent bzw. ausbezahlt. Für die restlichen 10 % wird lediglich der jeweils aktuelle Verwertungserlös am Rohmilchmarkt bezahlt. Dieser wird monatlich angepasst. Derzeit sind es ca. 13 Ct  (Ca. 17 Ct Spotmarktpreis abzüglich knapp 4 Ct für Transport-, Logistik- und andere Kosten). Aktuell würde sich daraus ein Durchschnittspreis von 26,5 Ct/kg errechnen (Beispielsbetrieb mit einer Milchmenge von 300.000 kg im Jahr 2015: 270.000 kg  x 0,28 Ct plus 30.000 kg x 0,13 Ct : 300.000 kg).
 
Für und Wider werden abgewägt

In den aktuellen Sprengelversammlungen wird über das Für und Wider dieses Systems diskutiert. Es könnte also noch zu Änderungen kommen. Grundsätzlich wollen Vorstand und Geschäftsführung der Gmundner Milch mit dem Stabilisierungs-Modell einen Rückgang der Anlieferung erreichen.

Im letzten Rundschreiben der Molkerei heißt es dazu: „Es macht keinen Sinn, zusätzliche Milchmengen zu produzieren, wenn diese nicht am Markt benötigt werden. In der Folge bleibt nur die Möglichkeit, diese Milch unveredelt am Spotmilchmarkt anzubieten. Das löst aber nicht das Problem.“

Obmann Josef Fürtbauer wollte gegenüber top agrar Österreich zum jetzigen Zeitpunkt zur genauen Ausgestaltung des Stabilisierungs-Modells zwar noch nichts sagen: "Das geben wir am 24. Februar bekannt." Doch Fürtbauer ortet laut eigener Aussage nach den ersten Sprengelversammlungen in dieser Woche ein hohes Maß an Verständnis für diesen Vorschlag, den Milchüberschuss in den Griff zu bekommen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Unternehmesführung mit dem nun angedachten Modell erfolgreich gegenlenken kann. 
 
 
 

Schlagworte

Modell, Gmundner, März, Milchmenge, Milchmengen, Stabilisierungs, Geschäftsführung, Sprengelversammlungen, Wider, 300.000

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