Molkereien stellen Forderungen an die Politik

VÖM
VÖM-Präsident Helmut Petschar forderte bei der Eröffnung der Milchwirtschaftlichen Tagung die Absicherung der heimischen Milchwirtschaft von der Politik ein.
Quelle: Spanring

Zu Beginn der heurigen Milchwirtschaftlichen Tagung, dem Branchentreff von Österreichs Molkereien, fordern die Milchverarbeiter mehr Engagement von der Politik zur Absicherung des heimischen Milchstandortes.

„Gerade die internationale Entwicklung am Milchmarkt ist auch für Österreich maßgebend“, so Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM), anlässlich der heurigen Milchwirtschaftlichen Tagung in Haslach an der Mühl (OÖ). So kam es Anfang 2018 im Vergleich zum Vorjahr zu deutlich höheren Anlieferungen. Mehrere Molkereien steuerten durch Mengenmanagement-Systeme dagegen. Die Erzeugerpreise mussten zu Jahresbeginn – auch wegen der höheren Anlieferungen – im Vergleich zum Herbst 2017 reduziert werden.

Trendumkehr beim Milchpreis geschafft

Die Milchanlieferung lag im ersten Halbjahr 2018 EU-weit um 1,8% über dem Vorjahresniveau, in Österreich lag sie mit +5,1% im Durchschnitt deutlicher über dem Vorjahreswert, auch wenn die letzten Monate geringere Anlieferungssteigerungen zeigten. Offen ist derzeit die Auswirkung der Dürre in vielen Milchregionen Europas.

Im Juli 2018 lag der Milchauszahlungspreis in Österreich mit durchschnittlich 35,38 Cent/kg netto um 4,5% unter dem Vorjahr. Von Jänner bis Juli 2018 gerechnet lag der durchschnittliche österreichische Milchpreis bei 36,12 Cent/kg und damit letztlich um 3,9% über der Vorjahresperiode (Preise für Milch aller Qualitäten, 4,0% Fett, 3,4% Eiweiß, ohne Steuern). Die Anlieferungsmengen im August lagen auch unter jenem des Vorjahres. „Die österreichischen Molkereien schafften ab Juli die Trendumkehr, auch beim Milchpreis", zeigte sich der VÖM-Präsident durchaus stolz über die Molkereileistungen.

Exporte gesteigert – Brexit als Gefahr

Petschar, hauptberuflich Geschäftsführer der Kärntner Milch, konnte auch weitere Erfolge präsentieren. 2017 konnte die heimische Milchwirtschaft mit einem Gesamtexportwert von 1,18 Mrd. Euro die bisher höchsten Exportzahlen vor der Milchkrise 2014 wieder erreichen. Im ersten Halbjahr 2018 kam es zu weiteren Steigerungen. Sorgen gibt es in der Branche im Hinblick auf den Brexit, zumal das Vereinigte Königreich ein sehr wichtiges Importland für Milchprodukte ist und ein harter Brexit gröbere Marktstörungen verursachen könnte.

Forderungen an die Politik

Die heimische Milchwirtschaft will laut Petschar einen Beitrag leisten, dass die hohe Volatilität am Milchmarkt reduziert wird und die wichtigen Leistungen der bäuerlichen Betriebe abgegolten werden. Dazu sind aber die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen notwendig, die Petschar auch einforderte.

Insbesondere muss bei den Verhandlungen zur Neugestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik darauf zu schauen, dass gerade die in Österreich entwickelte Form der Milchwirtschaft abgesichert wird. Man könne nicht die Auflagen für die heimischen Bauern weiter erhöhen, aber die Abgeltung der Leistungen verringern. Maßnahmen zur Standortabsicherung und zur Absicherung gegen naturbedingte und marktbedingte Krisensituationen müssen weiter ausgebaut werden. Zudem müsse die EU weiterhin eine Basisabsicherung auf den Märkten gewährleisten und die höheren natur- und strukturbedingten Transportkosten abgelten.

Die Herkunftskennzeichnung müsse besser und einfacher werden, so VÖM-Chef Petschar. Auch sei die Bundeswettbewerbsbehörde gefordert, Vorschläge zur Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen auf den Lebensmittelmärkten vorzulegen. Entsprechende Maßnahmen, um die Wettbewerbssituation zu verbessern und weitere Fehlentwicklungen zu verhindern. Da die österreichische Milchwirtschaft sehr exportorientiert sei, wären auch günstige Rahmenbedingungen bei internationalen Handels- und Veterinärabkommen nötig, so Petschar abschließend.

Schlagworte

Petschar, Politik, höheren, Milchwirtschaftlichen, Milchverarbeiter, Anlieferungen, Milchwirtschaft, Tagung, VÖM, lag

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