NÖ: Ab 1. November Abschuss von Wölfen erlaubt

Autor: Beate Kraml

Wolf
Paragraf 100a im Jagdgesetz soll abgeändert werden. Damit können die Bezirkshauptmannschaften Jägern Aufträge erteilen, Wölfe zu fangen bzw. abzuschießen.
Quelle: DJV

Das Land Niederösterreich will den Abschuss von Problemwölfen zulassen. Kommende Woche soll dazu im Landtag eine Änderung des Jagdgesetzes beschlossen werden. Heftige Kritik kommt vom WWF.

Am kommenden Donnerstag soll der Antrag in der Landtagssitzung eingebracht und beschlossen werden. Sechs Wochen danach - also am 1. November soll dieser dann in Kraft treten. Konkret soll der Paragraf 100a abgeändert, damit die  Bezirkshauptmannschaften Jagdausübungsberechtigten Aufträge erteilen können: Vom Fang über Betäubung bis hin zum Abschuss. Mit anderen Worten: Taucht ein sogenannter „Problemwolf“ auf, muss das der Gemeinde gemeldet werden. Danach landet der Fall bei der Bezirksverwaltung. Und dort wird entschieden, wie mit dem Tier umgegangen werden muss. Das berichtet der Kurier.

Es gehe um Maßnahmen, die die Akzeptanz für den Wolf steigern sollen, sagte der Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Der Stufenplan mit Herdenschutz und Entschädigung bleibe, hielt er fest. „Das ist kein Freibrief für den Abschuss von Wölfen.“ Er wisse, dass in Regionen, die nicht betroffen sind, die Stimmung für den Wolf sei. Aber: „Ich fordere den Respekt anderer Regionen ein", so Pernkopf laut Kurier. Nachsatz: „Wir werden uns nicht von selbsternannten Experten in Wien etwas vorschreiben lassen.“

Zudem will der ÖVP-Klub in der Landtagssitzung eine Resolution einbringen. Laut dieser soll der Wolf in einer bestimmten Zone, etwa am Truppenübungsplatz Allentsteig im Bezirk Zwettl, streng geschützt sein, sonst soll es aber Regulierungsmöglichkeiten geben, berichtet der ORF NÖ.

WWF kritisiert Anti-Wolf-Aktion in Niederösterreich

Der WWF Österreich kritisiert die geplante Novelle des niederösterreichischen Jagdgesetzes als populistische Schnellschuss-Aktion ohne naturschutzfachliche Grundlage und ohne ausreichende öffentliche Begutachtung. „Damit will die Landesregierung von ihren eigenen Versäumnissen im Wolfsmanagement ablenken. Jahrelang wurde wenig bis nichts getan, um die Bevölkerung sachlich zu informieren, Weidetierhalter zu unterstützen und fachgerechten Herdenschutz zu ermöglichen. Daher wird jetzt eine Sicherheitsgefährdung herbeigeredet, um Abschüsse von Wölfen zu rechtfertigen. Gleichzeitig wird der EU-rechtlich gesicherte Artenschutz konsequent schlechtgeredet“, kritisiert WWF-Experte Christian Pichler. „Die Sorgen der Bevölkerung müssen absolut ernst genommen werden, aber das in der Novelle dargestellte Bedrohungsszenario ist völlig übertrieben. Anstatt ein seriöses Wolfsmanagement aufzubauen, wird sofort nach der Flinte gerufen“, betont Pichler.

Schlagworte

Niederösterreich, WWF, Wölfen, Jagdgesetz, Pichler, Wolfsmanagement, Novelle, Wölfe, Bevölkerung, kritisiert

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